Kräuter: Informatives

Schon ist es Juni 2026…

Der Sommerbeginn kann entweder astronomisch, meteorologisch oder phänologisch (biologisch: Er wird Jahr für Jahr an die zu unterschiedlichen Terminen einsetzenden Entwicklungen in der Natur angepasst) bestimmt werden.

Am 1. Juni ist der meteorologische Sommeranfang. Das hat ganz praktische Gründe: Statistiken können so leichter geführt und Klimavergleiche besser angestellt werden. Außerdem passt der Juni vom Wetter her eher zum Sommer als zum Frühling.

In diesem Jahr findet die Sommer-Sonnenwende am 21. Juni statt. An diesem Tag erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren höchsten Stand über dem Horizont. Dieser Tag ist also der längste und die darauffolgende Nacht die kürzeste.

Seit Urzeiten betrachten die Menschen die Sommersonnenwende als mystischen Tag – manche begehen ihn mit weltlichen oder religiösen Feierlichkeiten. Im Norden Europas, wo in der sommerlichen Jahreszeit die Nächte gar nicht mehr dunkel werden (man spricht auch von den Weißen Nächten), haben Sonnenwendfeiern – als Mittsommerfest bezeichnet – mehr Bedeutung als zum Beispiel in Südeuropa. Die Skandinavier nutzen den Anlass meist, um das Wochenende durchzufeiern. In Finnland wird „Juhannus“ gefeiert, in Norwegen das „Sankt-Hans-Fest“ und in Schweden „Midsommar“, nach Weihnachten das wichtigste Fest des Jahres.

Seit der Christianisierung Europas werden Mitsommerfeste oft mit dem Heiligen des 24. Juni, Johannes dem Täufer, verbunden, der als besonders machtvoller Heiliger galt. Einige der Sonnenwendbräuche, wie die Johannisfeuer, sind nach ihm benannt. Das Datum liegt dabei kurz nach der tatsächlichen Sommersonnenwende, da es aus dem Julianischen Kalenders kommt.

Das Sonnenwendfeuer sollte Hexen und böse Geister vertreiben. Wenn man das Feuer übersprang sollte man im kommenden Jahr vor Krankheiten gefeit und von Sünden gereinigt sein. Auch Paare übersprangen das Feuer und hielten sich dabei an den Händen. Das sollte Glück bringen und sie zusammenhalten.

Der Bauer wünscht sich diesen Monat gut durchwachsen:

„Auf den Juni kommt es an, wenn die Ernte soll bestahn:

nicht zu nass und nicht zu schwül, nicht zu trocken und nicht zu kühl.“

„Menschensinn und Juniwind ändern sich sehr oft geschwind.“

„Juni mehr trocken als nass, füllt mit gutem Wein das Fass.“

„Juni feucht‘ und warm, macht keinen Bauern arm.“

Die Tage vom 10. bis 14. Juni nennen sich Schafskälte.  Es kann jetzt noch einmal einen Wetterrückschlag geben: Regen und Kälte sind möglich, Frost aber wohl nicht mehr.

Der 27. Juni ist als Siebenschläfertag bekannt. Wie das Wetter an diesem Tag ist, so soll es 7 Wochen lang bleiben:

„Regnet’s am Siebenschläfertag, so regnet’s noch sieben Wochen danach.“

Zum 29.Juni heißt es: „Regnet’s an Peter und Paul, wird der Winzers Ernte faul.“ und

„Peter und Paul hell und klar bringt ein gutes Jahr.“

Die Wiesen werden jetzt immer farbenprächtiger. Keine Wiesenblume gleicht der anderen, aber alle haben das gleiche Ziel: Sie werben um Insektenbesuch, um bestäubt zu werden, denn ohne diese Besucher können sich nicht vermehren. – Aber ohne die Blumen gäbe es auch all die verschiedenen Insekten nicht, die von Ihnen leben. Bei Schmetterlingsblütlern ist es übrigens nicht so einfach, an den wohlschmeckenden Nektar zu kommen. Nur Hummeln und Schmetterlinge haben so lange Saugrüssel mit dem sie den süßen Saft aus den Blüten holen können.

Den Anblick und den wunderbaren Duft vieler Blumen genießen auch wir Menschen. Dabei können wir nicht nur auf diese Weise in der Blütenfülle schwelgen, viele Blumen dieser Jahreszeit sind auch eßbar oder dienen sogar unserer Gesundheit!

Auch die Johannisbeere (Name) erreicht ihre Reife zu Johanni. Ein passendes Rezept:

Johannisbeer-Auflauf mit Minze

300 g rote Johannisbeeren, 500 g Quark, 175 g Zucker, etwas Vanillepulver, 3 Eier, Saft und Schale einer Bio-Zitrone, 150 g gem. Haselnüsse, 50 g Haferflocken, 50 g Sonnenblumenkerne, 1/8 l Milch, 1 Päckchen Vanillepuddingpulver, 4-6 Zweige Minze, Butter, Paniermehl

Johannisbeeren waschen und putzen. Die Minzblätter von die Stielen streifen abwaschen und fein schneiden. Den Quark mit dem Zucker, dem Vanillepulver und den Eiern gut verrühren. Die abgeriebene Zitronenschale, den Saft, die Haselnüsse, die Sonnenblumenkerne, das Paniermehl, die Milch, das Puddingpulver und die klein geschnittenen Minzblätter unterrühren.

Die Hälfte der Masse in eine gefettete Auflaufform geben, die Johannisbeeren darauf verteilen und dann die restliche Quarkmasse darüber geben. Mit Paniermehl und Butterflöckchen bestreuen. Die Auflaufform in den kalten Backofen stellen und bei 180-190 Grad 50-60 Minuten backen.

—————————————————————————————————————

2026 ist kein Schaltjahr!

Alle vier Jahre hat der Februar 29 Tage. Das ist dieses Jahr nicht der Fall.

2026 entspricht dem Jahr 2779 seit der Gründung Roms.

Des buddhistischen Kalenders 2569.

Das Jahr 20256ist nach jüdischer Zeitrechnung bereits das Jahr 5786/ 87.

Das Jahr 2025 entspricht nach islamischer Zeitrechnung dem Jahr 1447/ 48.

Das chin. Jahr des Feuer-Pferdes 2026 beginnt am 17.02. Dieses Jahr, das nur alle 60 Jahre wiederkehrt und für außergewöhnliche Energie, Leidenschaft und Erfolg stehen soll. Das letzte Feuer-Pferd-Jahr war 1966 und das nächste ist erst 2086 wieder. Diese Seltenheit macht dieses Jahr zu einem Jahr voller Erwartungen und kultureller Bedeutung

Die Farbe des Jahres 2026 soll Pantone „Cloud Dancer“ sein.

Es handelt sich um ein sanftes, luftiges Weiß, das Ruhe, Reflexion und Klarheit symbolisieren soll und als neutrale Basis für viele Designs dienen soll. Cloud Dancer wird als eine tragende Strukturfarbe geschildert, deren Vielseitigkeit das Farbspektrum untermauern und alle Farben zum Strahlen bringen soll. In einer Welt, in der Farbe Ausdruck persönlicher Identität ist, zeigt sich dieser Ton anpassungsfähig, harmonisierend und kontraststark.

In der Mode tendiert die Farbwelt zu einer Mischung aus beruhigenden Naturtönen (Weiß, Grau, Grün, Braun) und kräftigeren Akzenten, die Energie und Optimismus ausstrahlen. Sie soll den Wunsch nach Klarheit, Gelassenheit und einem Neuanfang widerspiegeln, aber gleichzeitig expressive Gestaltung ermöglichen. 

Heilpflanze des Jahres 2026: Die Nachtkerze

Bei der Gemeinen Nachtkerze (Oenothera biennis) ist der Name sehr sinnvoll. Ihre leuchtendgelben Blüten öffnen sich in der Abenddämmerung und schließen sich gegen Morgen. Das erfreut zahlreiche in der Nacht bestäubende Insekten, wie Nachtfaltern, Schwebfliegen und spätfliegenden Bienen. . Eine Schwärmerart trägt wegen ihrer Vorliebe für den Nektar sogar den Namen Nachtkerzenschwärmer. Dieser ist in Mittel- bis Südeuropa zuhause.Aber auch für uns Menschen sind Nachtkerzen ein Genuss, der über das Aussehen und den betörenden Duft hinausgeht, denn sowohl die Blüten und Blätter als auch die Wurzel und die Samen der Wildstaude sind essbar.

Hauptblütezeit der gelben Blüten: Juni bis September.

„Biennis“ deutet  darauf hin, dass die Pflanze zweijährig ist, denn im ersten Jahr bildet sie lediglich eine überwinternde Rosette mit einförmigen, länglichen Blättern und erst im zweiten Jahr kommen die Blütenstängel. Mit volkstümlichen Namen wird sie auch Schinkenwurzel genannt – denn ihre Wurze soll durch Kochen rosafarben werden wie ein Schinken. Ein altes Sprichwort aus der frühen Neuzeit sagt dazu:  Ein Pfund der Nachtkerzenwurzel gibt mehr Kraft, als ein Kilo Ochsenfleisch.

Im Anschluss an die Blütezeit bilden sich aus den Blütenständen längliche Fruchtknoten, aus denen sich wiederum bis zu 5 cm lange und vierkantige Kapselfrüchte bilden. Jede Frucht enthält jeweils zwei Fruchtfächer in der bis zu 200 (!) Samen sitzen. Diese Samen sind meist dunkelbraun gefärbt. Die Inhaltsstoffe dieser wertvollen Samen:   fettes Öl mit mehrfach ungesättigten essenziellen Fettsäuren, 60-80 % Linolsäure, 8-14 % Linolensäure, Vitamin E. Daraus erklärt sich auch die kannte Wirkungsweise: entzündungshemmend, immunmodulierend, Juckreiz lindernd. Die bekannten Indikationen: Neurodermitis (innere und äußere Anwendung), zur Pflege und Behandlung bei empfindlicher, trockener und alternder Haut. Innerlich auch bei Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems und bei rheumatischen Erkrankungen, PMS, Allergien u.s.w.

Ein aus den Blättern und Stängeln bereiteter Tee wird auch als Mittel gegen Erkältungen der oberen Luftwege empfohlen. Er soll schleim- und krampflösend sowie beruhigend wirken und bei Husten, Keuchhusten und Bronchitis hilfreich sein.

Ein passendes Rezept soll nicht fehlen:

Hüttenkäse mit  Sonnenblüten: 200 g Hüttenkäse, 3 EL gehackter frischer Fenchel, 2 EL Sonnenblumenkerne, 1 EL goldener Leinsamen, 1 EL Nachtkerzensamen, ½ TL Meersalz, goldene Sommerblüten (auch Nachtkerzenknospen) zum Garnieren. Den Hüttenkäse mit den Sonnenblumenkernen, dem angemörserten goldenem Leinsamen und Nachtkerzensamen sowie dem Meersalz verrühren und mit den Blüten verzieren.

Arzneipflanze des Jahres: nn

Blume des Jahres 2026: Der Feldrittersporn

Der Feldrittersporn (Consolida regalis) wurde von der Loki Schmidt Stiftung gewählt, um auf die Gefährdung von Ackerwildkräutern hinzuweisen. Er wird auch Acker-Rittersporn genannt und ist eine zierliche, oben verästelte Pflanze.

Der aufrechte, stark verzweigte und leicht behaarte Stängel erreicht eine Wuchshöhe von etwa 20 – 50 cm. Die wechselständigen, handförmigen Stängelblätter sind mehrfach 3-teilig, und bis zum Grund in ca. 2 mm breite Zipfel geschnitten. Die unteren Blätter sind deutlich stärker geteilt als die oberen Blätter und alle Blätter sind grau-wollig behaart. Die zahlreichen, leuchtend blau-violetten (selten weißen) Blüten stehen in losenendständigen Rispen, die etwa 3 -7 Einzelblüten mit jeweils 5 Blütenblättern umfassen. Das obere Blütenblatt ist als langer Sporn entwickelt. Die Blütezeit ist Mai bis September.

Die Inhaltsstoffe sind Anthocyane, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Farbstoffe. Verwendet werden die getrockneten Blüten des Rittersporns vor allem zur Verbesserung des Aussehens von Teemischungen. Früher wurden Ritterspornblüten als Wundheilmittel verwendet.Der Acker-Rittersporn (wie auch die anderen Ritterspornarten) enthält verschiedene hochgiftige Alkaloide in geringer Menge, so dass man ihn insgesamt als schwach giftig einstufen kann.

Wildpflanze des Jahres 2026: Der Gewöhnliche Natternkopf

Er wurde vom Bioland e.V. und NaturGarten e. V. gekürt, um die Bedeutung von Wildpflanzen für Insekten zu betonen, insbesondere für Käferarten.

Der Natternkopf zählt zu den Raublattgewächsen und wird auch Blauer Heinrich genannt. Gern wird er als Zierpflanze verwendet, beispielsweise in Wildpflanzengärten und  ist als eine sehr gute Bienenweide bekannt. Seine Heilwirkungen sollen ähnlich wie die von Boretsch und Beinwell sein. In der Vergangenheit wurde die Pflanze als Heilkraut verwendet. In einigen Kräuterbüchern wird sie als „Wilde Ochsenzunge“ beschrieben. Empfohlen wurde der Natternkopf u.a. bei der Wundheilung von Schlangenbissen.

Die Gattung der Natternköpfe (Echium) zählt heute mehr als 60 Arten, wobei die meisten davon in der Mittelmeerregion bzw. auf den Kanaren beheimatet sind.Der Natternkopf ist eine typisch krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 50 und 100 cm erreichen kann. Die Pflanze ist zwei- oder mehrjährig und an trockene Standorte angepasst. Die Blätter sind schmal bis lanzettlich geformt und stark behaart. Die Blüten sind auffallend blau bis dunkelblau. Zu Beginn der Blütenausbildung sind diese jedoch noch rosa gefärbt. Aus den trichterförmigen Blüten ragen violette Staubblätter heraus, die sich farblich deutlich von den Kronblättern unterscheiden.

Der Natternkopf gilt als essbar, aber nur in Maßen und als junge Pflanze, da er Pyrrolizidinalkaloide enthält, die in großen Mengen leberschädigend wirken können.

Baum des Jahres 2026: Die Zitterpappel (Espe)

Dieser Baum gehört zu den Weidengewächsen und ist in ganz Europa heimisch. Er besiedelt offene Flächen, trägt zur Regeneration von Wäldern bei und bietet zahlreichen Tieren Lebensraum. Über 60 Schmetterlingsarten, darunter der Große Schillerfalter, nutzen die Zitterpappel als Futterpflanze. Viele Vogelarten profitieren dann wiederum von dem reichen Insektenangebot. Damit rückt 2026 eine Baumart in den Fokus, die sinnbildlich für Widerstandskraft, Artenvielfalt und Erneuerung stehen soll.

Als mittelgroßer, sommergrüner Laubbaum erreicht sie eine Höhe von 20 bis 30 m. Charakteristisch für die Espe sind ihre breit verzweigte Krone und ihre beweglichen, annähernd kreisrunden, gezähnten Blätter. Aufgrund ihrer sehr langen, seitlich abgeflachten Blattstiele zittern die Blätter bei jeder Luftbewegung. Der wissenschaftlicher Name leitet sich von diesem Blatt-Zittern ab: „Populus“ für Pappel und „tremula“ für zitternd.

Die schnellwüchsige Pionierbaumart bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze und erweist sich als sehr widerstandsfähig u. a. gegenüber Frost und Wind und kann sich gut in unterschiedlichen Landschaften behaupten. Gerade im Klimawandel spielt sie eine wichtige Rolle, denn nach Stürmen, Bränden oder Kahlschlägen ist sie oft die erste Baumart, die zurückkehrt. Durch ihr weit verzweigtes Wurzelsystem kann sie sich vegetativ vermehren und bildet so ganze Pappelhaine.

Das leichte Holz wird für Spanplatten, Sperrholu, Zündhölzer, im Saunabau und für Papier genutzt. Die Blätter und Knospen werden in der Pflanzenheilkunde (durch ihre Salicylsäure-Verbindungen) wegen ihrer schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt.

Staude des Jahres 2026: Die Schönaster (Kalimeris)

Bis vor gut 100 Jahren bildete die Schönaster botanisch eine Unterart der Astern, bis sie 1825 in die eigenständige Gattung Kalimeris sortiert wurde. Weitere Namen: Scheinaster oder Sibirische Buschaster.

Sie ist eine robuste, pflegeleichte und langblühende Staude mit vielen kleinen sternförmigen Blüten in Weiß oder zartem Blauviolett. Sie wurde vom Bund deutscher Staudengärtner (BdS) gekürt, um die oft übersehene, asternähnliche Pflanze zu würdigen und ihre ökologischen Vorteile hervorzuheben. Sie bietet Insekten Nahrung und ist auch im Herbst noch attraktiv.

Die Heimat dieser Pflanzen erstreckt sich über Ostsibirien, die Mongolei und Korea bis nach Japan und das östliche China. In Europa tauchen Vertreter ihrer Art erst ab den 1920er-Jahren in Sammlungen und botanischen Gärten auf.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Pflanze hat einen straffen aufrechten Wuchs, zahlreiche, zarte Blüten, die Astern ähneln, aber früher blühen als diese. Ihr horstförmiger Wuchs macht die Schönaster zu einer guten Begleiterin im Beet, die andere Stauden nicht bedrängt.