Kräuter – Informatives

Es ist Januar…

Der Monat Januar ist Janus, der römische Gott des Ein- und Ausgangs, der Namenspate. Dieser Gott wurde stets doppelgesichtig dargestellt.

Wolf2-150x150 in Kräuter - InformativesFrüher wurde dieser Monat auch Hartung, Eis-, Winter- oder Schneemond genannt. Auf die früher oft in dieser Zeit vorherrschende Eiseskälte weisen die Namen Wolfs- oder Hartmonat hin, denn dann wagten sich die Wölfe in die Nähe der Bauerndörfer.

Seit dem Jahr 1691 ist der 1. Januar der Neujahrstag. Früher gab es für den Beginn des neuen Jahres keinen festen Zeitpunkt, daher kommt auch die Bezeichnung dieses Zeitraumes (zwischen Weihnachten und Dreikönigstag) als “zwischen den Jahren”.

Sternsinger3-150x150 in Kräuter - InformativesUm den 6.01. (Dreikönigstag) herum ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus und erbitten Spenden für Arme und Bedürftige. Sie schreiben die Buchstaben C, M und B zusammen mit der Jahreszahl an die Haustüren. Diese stehen für den Segensspruch: “Christus mansionem benedicat”, was “Christus segne dieses Haus” bedeutet.

Kurz nach dem 6.01. beginnt dann fast überall der Karneval, der Fasching oder die Fastnacht. Die Kampagne dieses Jahr wird recht kurz, denn am 24.02.20 ist schon Rosenmontag und am 26.02.2020 Aschermittwoch.

Eine alte Bauernregel heißt: “Der Januar soll vor Kälte knacken”. Dann wird alles, was im Herbst gesät wurde, unter eine dicken, schützendes Schneedecke vor Frost geschützt.

Weitere Bauernregeln für Januar:

“Januar warm, das Gott erbarm”.

“Wenn bis Dreikönig kein Winter, kommt keiner mehr dahinter”.

“Gibt’s im Januar viel Regen, bringt’s den Früchten keinen Segen.”

“Ein Jahr, das fängt mit Regen an, bringt nicht viel Gutes auf den Plan.”

“Ist der Winter warm, wird der Bauer arm.”

Ob wohl es im Januar auch noch ordentlich zu Frost kommen kann, können wir uns auch auf die immer länger werdenden Tage freuen:

“Weihnacht um an Muggenschritt, Neujahr um einen Hahnentritt, Dreikönig um an Hirschensprung, Lichtmess um a ganze Stund”.

Zum Schluss noch ein paar leckere Winterrezepte zum Ausprobieren:

Gewürztee mit Datteln und Feigen

6 Datteln, 1-2 Feigen, 1 Stange Zimt, 6 Kapseln Kardamom, 1 Stückchen Ingwer, etwas Vanillepulver

Alles zusammen in ca. 1 Liter Wasser kurz aufkochen und 10 Minuten fein köcheln lassen. Dann abseihen und genießen.

Apfel-Gewürz-Muffins

140 g Weizenmehl, 120 g Dinkelmehl, 2 EL Backpulver, ½ TL Natron, ¼ TL Salz, 1 ½ EL Lebkuchengewürz, 80 g brauner Zucker, 2 Eier, 125 ml Sonnenblumen- oder Rapsöl, 250 g Äpfel, 130 g Apfelmus, 50 g Rosinen

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Äpfel schälen, putzen, in kleine Stücke schneiden und in das Apfelmus rühren. Das Mehl mit dem Backpulver, dem Natron, dem Salz und der Gewürzmischung vermischen. Die Eier leicht verrühren, den Zucker und das Öl zufügen. Nun die Apfelmischung und die Rosinen zur Eiermasse geben und verrühren. Zum Schluss die Mehlmischung zufügen und vorsichtig unterheben. In Förmchen füllen und im Backofen 20-25 Min. backen.

Gefüllte Datteln

200 g Datteln, 90 g Frischkäse, 40 g Creme fraiche, 1-2 TL Senf, 1 TL braune Senfkörner, 1 TL flüssiger Honig, 1 TL Rosenwasser, etwas Salz.

Den Frischkäse mit der Creme fraiche und den anderen Zutaten gut verrühren und abschmecken. Die Datteln entkernen. Nun die fertige Creme in einen Spitzbeutel füllen und mit einer feinen Tülle die Datteln füllen.

Tolle verschiedene Kräuterabende und -führungen finden wieder in 2020 statt – siehe Veranstaltungskalender.

Kräuterabende: Teilnahmegebühr: € 23,50 zuzüglich Material.

Kräuterführungen: Teilnahmegebühr: € 15,00.

Anmeldungen bitte per E-Mail. Anmeldeschluss ist 3 Tage vor diesem Termin

(zur Bildergalerie).

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2020 ist ein Jahr mit 366 Tagen, ist also ein Schaltjahr.

2020 entspricht dem Jahr 2773 seit der Gründung Roms (ab urbe condita).

Es entspricht dem Jahr 2564 des buddhistischen Kalenders.

Das jüdische Jahr 5781 beginnt im September 2020, denn das jüdische Jahr gilt ab Herbst.

Das chinesische Jahr 2020- 4716 beginnt am 25. Januar 2020 und steht unter dem Zeichen der Metall-Ratte.

Die Ratte soll das erste Zeichen aus dem 12 Tierkreislauf des chinesischen Tierkreises sein, und aus diesem Grund wird diese Zeitspanne als ein Jahr des Neubeginns und der Erneuerung angesehen.

Pflanzen des Jahres 2020

Arzneipflanze: Lavendel (Lavendula angustifolia, Lavendula officinalis)

Lavendel-21-150x150 in Kräuter - InformativesDer echte oder feine Lavendel wächst in vollsonniger Lage auf trockenen Böden oberhalb von 700 m bis zu 1.400 m. Er gehört zur Familie der Lippenblütler und besitzt eine hohe Anzahl ätherischer Öle. Schon seit der Antike sind der Duft und die Heilkraft des Lavendels den Ärzten bekannt. Die römischen Soldaten nahmen ihn zur Behandlung von Kriegsverletzungen mit auf ihre Feldzüge. Auch Hildegard von Bingen kannte seine Wirksamkeit. Königin Elisabeth I. von England trank große Tassen Lavendeltee gegen ihre häufige Migräne. Seit dem Mittelalter gilt er als Wundermittel, da er antiseptische bakterien- und virentötende Eigenschaften aufweist. In der Volksheilkunde wurde Lavendel bei Verbrennungen, Juckreiz und Läusen eingesetzt, unruhige Kinder schliefen mit getrocknetem Lavendel unterm Kopfkissen leichter ein, ältere Menschen massierten mit Lavendelöl (vermischt mit neutralem Pflanzenöl) ihre schmerzenden Gelenke oder linderten so Verspannungen.

Studien zur Wirksamkeit von Lavendel bestätigen die traditionellen Anwendungen. Er wird als antiseptisch, wundheilend, entzündungshemmend, antirheumatisch, entgiftend, Insekten abweisend, entspannend, beruhigend und  entblähend beschrieben. Die Indikationen wären also demzufolge Einschlafsstörungen und Unruhezustände, Reizbarkeit und Nervosität, nervöses Herzklopfen und Verdauungsbeschwerden. Hilfreich soll Lavendel bei Migräne, Schwindelgefühl und Reisekrankheit sein. Auch äußerlich soll Lavendel Sonnenbrand, Müdigkeit, Anspannung und Erschöpfung lindern. In der Aromatherapie werden seine ätherischen Öle genutzt. Das Öl des echten Lavendels wirkt beruhigend und sogar leicht euphrodisierend.

In der Schönheitspflege ist der reine Lavendel eher für die Pflege fettiger Haut und besonders für die Pflege junger Haut geeignet. Lavendelwasser wirkt reinigend auf die Haut und hilft somit auch bei der Neigung zu Unreinheiten.

Eine mit Lavendelwasser getränkte Kompresse kann nach zu viel Sonnengenuss die Haut leicht kühlen und damit auch beruhigend wirken.  Eine Spülung mit Lavendelwasser gibt auch Glanz ins Haar.

Energie-Massageöl

50 ml Trägeröl (z.B. Mandelöl) mit 5 Tropfen Lavendel und 1 Tropfen Rosmarin verschütteln.

Anti-Stress-Massageöl

50 ml Trägeröl (z.B. Mandelöl) mit 3 Tropfen Lavendel und je 5 Tropfen Geranium und Kamille verschütteln.

Gekürt von den Wissenschaftlern der Universität Würzburg.

Heilpflanze: Wegwarte (Chicorium intybus)  aus der Familie der Korbblütler.

DSCN0057-150x150 in Kräuter - InformativesSie trägt ihren Namen nicht umsonst: mit ihren strahlend bläulichen Blüten säumt sie Autostraßen und Fußwege und ihr Stängel ist so zäh, dass sie sich nicht abreißen lässt. Einer alten Legende nach ist die Wegwarte eine verwandelte Frau, die am Wegesrand treu auf den Geliebten wartet.

Wichtige Inhaltsstoffe: In den Blüten: Inulin, Eisen und Cichorin, in den Blättern und Stängeln der Bitterstoff Lactin und in der Wurzel der Bitterstfff Intybin, Eiweiss, Gerbsäure und fette Öle. Die Wegwarte gilt als bitteres Anregungs- und Kräftigungsmittel, dass bei Appetitlösigkeit, gestörtem Gallenabfluss und Leberstörungen zusammen mit anderen Heilpflanzen angewendet werden kann. Außerdem soll sie bei Stoffwechselstörungen, Blähungen, Leibschmerzen und Völlegefühl helfen.

Rezept: Tut der Leber und der Galle gut-Tee

30 g Löwenzahnwurzel und –kraut, 30 g Mariendistelsamen, 20 g Wegwartenwurzel, 10 g Fenchelsamen

(Gekürt vom Naturheilverein Theophrastus).

Baum:  Robinie (Robinia pseudoacacia)

Img0020833-150x150 in Kräuter - InformativesDie Robinie ,auch Scheinakazie genannt, stammt aus Nordamerika. Sie gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler. Die Borke des Stamms ist graubraun bis dunkelbraun, tief gefurcht und häufig netzig-längsrissig, Junge Exemplare bilden zum Schutz kräftige Dornen aus. Jeweils 10 bis 25 der stark bergamotteartig duftenden weißen Blüten sind zusammengefasst in zwischen 10 und 25 Zentimeter langen, hängenden traubigen Blütenständen an den jungen Zweigen. Die Schmetterlingsblüten bieten reichlich Nektar und werden daher von vielen Insekten aufgesucht. Nektar und Staubbeutel werden gleichzeitig reif. Setzt sich ein Insekt auf die Blüte, tritt zuerst die Narbe heraus, die eventuell mitgebrachten Pollen vom Bauch abbürstet. Die Früchte: Rotbraune Hülsenfrüchte, ca. 5-10 cm lang. Das Holz dient für Schiff-und Möbelbau, für Kinderspielplätze und Gartenmöbel. Die ganze Pflanze ist giftig, die Blüten sollen jedoch keine Gefahr für Menschen darstellen. Deshalb hier ein Rezept für einen passenden Blütensirup.

Blütensirup

2 kg Zucker in 3 l Wasser aufkochen und erkalten lassen. 15-20 Blütendolden (Robinie, Holunder, Mädesüß…)mit den Scheiben von 2-3 Zitronen und 60 g Zitronensäure in einen Steinguttopf geben, mit dem Sirup übergießen und ca. 5 Tage kühl stellen. Jeden Tag einmal umrühren und dann abseihen, kurz aufkochen und in kleine Flaschen abfüllen.

(Gekürt von der  Dr. Silvius Wodarz Stiftung)

Blume: Fieberklee (Menyanthes trifoliata)

Diese Sumpfplanze wächst in moorigen Böden und Sümpfen und ist deshalb nicht so  oft anzutreffen. In Deutschland gilt sie als gefährdet. Es handelt sich nicht um eine Kleeart, sondern um einen Vertreter der Enziangewächse. Der Fieberklee ist ausdauernd und wächst halbuntergetaucht mit kriechendem Wurzelstock. Er wird zirka 15-30 cm hoch. Die Blätter werden in 3 sattgrünen Teilchen ausgebildet. Aus rosa Knospen entstehen kleine, weiße, ausgefranste Blüten, die in aufrechten Trauben aufblühen.

Wichtige Inhaltsstoffe: Bitterglykoside, Gerbstoffe, Saponine, etwas ätherisches Öl und Pektine. Seine Einsatzmöglichkeiten: Verdauungs- und Magenbeschwerden. Kräuterkundige empfehlen Fieberklee auch bei rheumatischen Beschwerden, Hautkrankheiten und um Fieber zu senken.

In Schweden soll der Fieberklee gelegentlich als Hopfenersatz beim Bierbrauen genutzt werden. Zudem kann er in bitteren Kräuterlikören eingesetzt werden.

(Gekürt von der Stiftung Naturschutz Hamburg).

(zur Bildergalerie).

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