Kräuter – Informatives

Januar

Für den Monat Januar ist Janus, der römische Gott des Ein- und Ausgangs, der Namenspate. Dieser Gott wurde stets doppelgesichtig dargestellt.

Wolf2-150x150 in Kräuter - InformativesFrüher wurde dieser Monat auch Hartung, Eis-, Winter- oder Schneemond genannt. Auf die früher oft in dieser Zeit vorherrschende Eiseskälte weisen die Namen Wolfs- oder Hartmonat hin, denn dann wagten sich die Wölfe in die Nähe der Bauerndörfer.

Seit dem Jahr 1691 ist der 1. Januar der Neujahrstag. Früher gab es für den Beginn des neuen Jahres keinen festen Zeitpunkt, daher kommt auch die Bezeichnung dieses Zeitraumes (zwischen Weihnachten und Dreikönigstag) als “zwischen den Jahren”.

Sternsinger3-150x150 in Kräuter - InformativesUm den 6.01. (Dreikönigstag) herum ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus und erbitten Spenden für Arme und Bedürftige. Sie schreiben die Buchstaben C, M und B zusammen mit der Jahreszahl an die Haustüren. Diese stehen für den Segensspruch: “Christus mansionem benedicat”, was “Christus segne dieses Haus” bedeutet. Dieses Jahr wird dieser schöne Brauch wohl durch die aktuellen Corona-Verordnungen ausfallen müssen.

Kurz nach dem 6.01. beginnt dann normalerweise fast überall der Karneval, der Fasching oder die Fastnacht. Für dieses Jahr wurden die Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie jedoch schon in 2021 abgesagt. So werden wir in 2022 auch auf Fastnachtveranstaltungen und alle ihre Begleiterscheinungen leider verzichten müssen.

Eine alte Bauernregel heißt: “Der Januar soll vor Kälte knacken”. Dann wird alles, was im Herbst gesät wurde, unter einer dicken, schützenden Schneedecke vor Frost geschützt.

Weitere Bauernregeln für Januar:

“Januar warm, das Gott erbarm”.

“Wenn bis Dreikönig kein Winter, kommt keiner mehr dahinter”.

“Gibt’s im Januar viel Regen, bringt’s den Früchten keinen Segen.”

“Ein Jahr, das fängt mit Regen an, bringt nicht viel Gutes auf den Plan.”

“Ist der Winter warm, wird der Bauer arm.”

Ob wohl es im Januar auch noch ordentlich zu Frost kommen kann, können wir uns auch auf die immer länger werdenden Tage freuen:

“Weihnacht um an Muggenschritt, Neujahr um einen Hahnentritt, Dreikönig um an Hirschensprung, Lichtmess um a ganze Stund”.

In den meisten Gegenden beginnen mit der Heiligen Nacht auch die 12 Raunächte. Früher glaubte man, dass in dieser Zeit die Percht (Unterweltgöttin) mit ihrem wilden Gefolge über das Land ritt. Sie sammelte die toten Seelen ein und führte sie ins Jenseits. Die lebenden Menschen hatten Angst in der Dunkelheit auf sie zu treffen und auch mitgenommen zu werden. Trifft die Percht jedoch auf Lebende, so soll sie diese prüfen. Dafür kann sie ihre Gestalt verändern und wird zum Tier oder zur Bettlerin.

Die Percht will, dass sich die Menschen, ebenso wie die Pflanzen und Tiere den Gesetzen der Natur anpassen. In der Zeit der Percht sollen sie sich zurückziehen, regenerieren und wieder Kräfte zu sammeln. Besonders bei Frauen legt Percht diese Regeln streng aus. Deswegen soll dann nicht geputzt, gewaschen, gewebt oder gesponnen werden. Alle Räder haben stillzustehen.

Der Begriff Raunächte entstand durch den Brauch das Haus mit Weihrauch und Beifuss auszuräuchern. Besonders in diesen 12 Nächten wurde geräuchert, um Teufel und Dämonen zu vertreiben. Die Leute im Schwarzwald sprechen in dieser Zeit eher von “Lostagen”. Man glaubte diese Tage entscheiden über das “Los”, das Schicksal für das nächste Jahr. Außerdem galt es als sicher, dass in dieser Zeit Heilkräuter am wirksamsten sind. Manche achten auf ihre Träume in den 12 Raunächten. Auch standen diese Tage sinnbildlich für das Wetter der kommenden 12 Monate. Dabei stand jeder Tag für einen Monat. Schien an den einzelnen Tagen die Sonne, so hatte das besondere Bedeutung:

Beispiele: 26.12. = 1. Lostag: Es wird ein glückliches, neues Jahr.

30.12. = 5. Lostag: Es wird eine gute Obsternte

01.01. = 7. Lostag: Die Viehweiden tragen saftige Kräuter

04.01. = 10. Lostag: Unwetter kommen

05.01. = 11. Lostag: Nebeltage treten vermehrt auf.

“Lostage”, die zur Wettervorhersage dienen sollen, sind über das ganze Jahr verteilt zu finden. Den “Siebenschläfer” und die “Eisheiligen” sind auch noch heute bekannt.

Gedicht von Wilhelm Busch:

“Das alte Jahr gar schnell entwich.

Es konnt sich kaum gedulden

Und ließ mit Freuden hinter sich

Den dicken Sack voll Schulden.”

Winterrose-rot-II-150x150 in Kräuter - Informatives

Die Rose blüht im Januar

Sylvester ist, der alte Garten tot,

doch leuchtet mir die eine Rosenblüte,

sie ist so einzig, schön und zart und rot!

Oh, ich begehre sie, doch Gott behüte

mich vor dem Schneiden, Pflücken…

von diesem ersten Liebesglück im Garten:

Ich will mich nur nach dieser Rose bücken

und träumend, hoffend auf den Frühling warten!

© Georges Ettlin

Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Anmeldung für eine meiner kommenden Kräuterveranstaltungen in diesem Jahr, vielleicht auch ohne die derzeit geltenden Coronabeschränkungen .

Kräuterabende: Teilnahmegebühr: € 25,00 zuzüglich Material.

Kräuterführungen: Teilnahmegebühr: € 16,00.

Anmeldungen bitte per E-Mail. Anmeldeschluss ist jeweils 3 Tage vor diesem Termin

(zur Bildergalerie).

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2022 ist ein Jahr mit 365 Tagen, ist also kein Schaltjahr.

2022 entspricht dem Jahr 2775 seit der Gründung Roms (ab urbe condita).

Es entspricht dem Jahr 2565 des buddhistischen Kalenders.

Das jüdische Jahr 2583 beginnt am 26.09.2022, denn das jüdische Jahr gilt ab Herbst.

Das chinesische Jahr 2022- 4718 beginnt am 01.02.2022 und ist das Jahr des Tigers, welcher in der chinesischen Astrologie für Mut, Durchsetzungskraft, Selbstbewusstsein, Abenteuerlust und Risiko steht. Dieses Tierkreiszeichen wird im Jahr 2022 vom Element Wasser unterstützt, das wiederum für Fülle und Fruchtbarkeit steht.

Pflanzen des Jahres 2022

Arzneipflanze: Der Mönchspfeffer

(Vitex agnus castus) Familie:        Eisenkrautgewächse

Gekürt von den Wissenschaftlern der Universität Würzburg.

Der Mönchspfeffer ist ein bis zu 5 m hoher Strauch, der im späten Sommer in Blau bis Violett blüht. Aus diesen Blüten wachsen die ca. 5mm großen Früchte, die scharf wie Pfeffer schmecken. Die Pflanze wächst gern am Ufer und bevorzugt generell feuchte Plätze.

Inhaltsstoffe: Fettes Öl, ätherisches Öl, Iridoidglykoside (Aucubin, Agnusid ), Flavonoide, Labdanverbindungen, Polyphenole,  Gerbstoffe.

Man könnte den Mönchspfeffer quasi als das Gegenstück von Viagra bezeichnen (Keuschlamm), wenn es früher in ausreichender Menge bei Mönchen als Würzmittel eingesetzt wurde. Heute wird der Mönchspfeffer überwiegend in der Frauenheilkunde verwendet. Er ist wohl sehr hilfreich in den Wechseljahren und bei Zyklusbeschwerden.

Es wird vermutet, dass diese Wirkung von der Fähigkeit kommt, die Progesteronbildung zu steigern.

Geschmacklich betrachtet hat der Mönchspfeffer keine Ähnlichkeit mit Pfeffer. Sein Aroma erinnert vielmehr an kräftige Kräuter wie Thymian, Lavendel und Rosmarin. Daher eignet sich Mönchspfeffer als Gewürz für Gerichte mit dunklem, gebratenem Fleisch, z.B. bei Wildgerichten.

Butter mit Mönchspfeffer, Schafgarbe und rosa Pfefferbeeren

½ Paket Butter, 1 TL Mönchspfeffer, 1 EL fein geschnittene Schafgarbenblättchen, 1 gr. TL rosa Pfefferbeeren

Den Mönchspfeffer zusammen mit den rosa Pfefferbeeren anmörsern. Dann mit den fein geschnittenen Schafgarbenblättchen zur weichen Butter geben und alles gut verrühren. Eventuell mit etwas Meersalz abschmecken.

Heilpflanze: Die Brennnessel (lat. Urtica dioica und Urtica urens)

(Gekürt vom Naturheilverein Theophrastus).

Die Brennnessel ist bereits seit vielen Jahrtausenden als Kultur- und Heilpflanze bekannt. In der Naturheilkunde werden das gesamte Kraut und die Wurzel genutzt, erklärt der NHV (Naturheilverein).

Die große und die kleine Brennnessel gehörtén zur Familie der Brennnesselgewächse. Die große Brennnessel (sie ist bei uns weiter verbreitet als die Kleine Brennnessel) ist 2 häusig und enthält bis zu 20 % Mineralstoffe und Spurenelemente, sowie viel Chlorophyll. Früher stellte man aus ihren Stängelfasern Nesselstoff her. Die Samen können als Stärkungsmittel dienen und gelten als das Viagra der Wiese. Die wasserteibende, schmerzstillende und entzündungshemmend Wirkung der Brennnessel wird u.a. bei Rheuma, Arthrose und Arthritis geschätzt.

Grünkohlsuppe mit Löwenzahn und Brennnessel

500 g Grünkohl, 1 kl. Handvoll junge Löwenzahnblätter und Brennnesselspitzen, 200 g Kartoffeln, 200 g Pastinaken, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Öl, 1,5 – 2 l Gemüsebrühe, 200 ml Sahne, Kräutersalz, Pfeffer, eine Prise Zucker. Topping: 50 ml Sahne, 1 EL Senf, dunkle Senfkörner.

Zwiebel und Knoblauch putzen, Kartoffel und Pastinaken schälen und alles würfeln. Grünkohl waschen, trocknen, die harten Rippen entfernen und die Blätter in Streifen schneiden. Die Löwenzahnblätter und Brennnesselspitzen ebenfalls waschen und etwas klein schneiden. Öl erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch andünsten, dann Kartoffeln und Pastinaken zufügen und andünsten. Grünkohl und die Kräuter zufügen und zugedeckt ca. 5 Minuten dünsten. Die Brühe zugießen und alles ca. 15-20 Minuten garen. Die Sahne zufügen, würzen und pürieren. Für das Topping die Sahne leicht anschlagen, mit dem Senf verrühren und als Klecks auf die Suppenteller geben. Mit Senfkörnern bestreuen.

BaumDie Rotbuche (Gekürt von der  Dr. Silvius Wodarz Stiftung)

Die Rotbuche hat zum ersten Mal in der Geschichte des Baums des Jahres den Titel zum 2. Mal geholt. Der lateinische Name ist Fagus sylvatica und sie gehört zur Familie der Buchengewächse.

Eigentlich haben Buchen bei uns in Deutschland ja optimale Wachstumsbedingungen. Sie können jahrzehntelang im Schatten großer Waldbäume wachsen, bevor sie selbst in Führung gehen. Die letzten Jahre mit extremen Temperaturen sind jedoch auch an dieser für uns wichtigen Baumart nicht spurlos vorübergegangen.

Die Buche wird im Volksmund „Mutter des Waldes“ genannt und ist die häufigste Laubbaumart Deutschlands. Den Namen hat sie erhalten, weil ihr an sich eher weiß-gelbes Holz im Vergleich zum fast weißen Holz der zu den Birkengewächsen gehörenden Hain- oder Weißbuche einen leicht rötlichen Einschlag hat.

Die älteste Buche in Europa soll in den österreichischen Kalkalpen stehen und ist 550 Jahre alt sein. Auffällig und einzigartig unter den Waldbäumen ist ihre bis ins hohe Alter glatte, silbergraue Rinde.  Aus ihren braunen, spindelförmigen Knospen entfaltet sie im Frühling hellgrüne, ovale Blätter, die mit feinen Härchen bewimpert sind. Das erkennt man besonders gut an den jungen Blättern. Bei den männlichen Blüten handelt es sich um kugelförmige Kätzchen, die weiblichen Blueten bilden nach der Befruchtung holzige, dreikantige Fruchte (Bucheckern) mit einer glänzenden, braunen Schale aus.

Sie wirft durch ihr dichten Kronendach einen ungewöhnlich starken Schatten. darunter sollen außer Eiben, Stechpalmen und Weißtannen keine anderen Baumarten lange überleben. Germanen sollen auf Buchenholzstäbe geritzte Runen als Orakel genutzt haben. Die Herkunft der Wörter ‚Buchstabe‘ und ‚Buch‘ sollen sich deshalb von der Buche ableiten.

Gefüllte Champignons mit Spinat und Bucheckeröl

12 große Champignons, 100 g frischer Spinat, 30 g Brennnesselspitzen, 150 g Gorgonzola, 1 Knoblauchzehe, Meersalz, Mönchspfeffer, Brennnesselsamen, 2 EL Buchecker- oder Olivenöl

Die Champignons abreiben, entstielen und die Stiele fein hacken. Den Spinat und die Brennnesselspitzen putzen, waschen, schleudern und fein hacken. Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Den Gorgonzola und die Knoblauchzehe fein würfeln und mit den Pilzstielen und der Spinatmischung verrühren. Mit Meersalz, Mönchspfeffer und Brennnesselsamen würzen und diese Mischung in die Pilzhüte füllen, auf ein Backblech setzen und mit dem Öl beträufeln und im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten backen.

Blume: Die Einbeere

Diese Blume, die nur eine einzige Beere als Frucht ausbildet, wächst vor allem in naturnahen Wäldern. Sie kommt hier in Deutschland zwar noch recht häufig vor, aber ihre Bestände gehen vielerorts leider zurück. Der lateinische Name ist Paris quadrifolia und sie breitet sich vor allem unterirdisch über Rhizome aus.

Der altgriechische Name Paris wurde wohl davon abgeleitet, dass unter den griechischen Göttinnen ein Streit ausgebrochen war, welche denn die Schönste unter ihnen sei. Diese Entscheidung sollte Paris, der in der griechischen Mythologie der Sohn des trojanischen Königs Priamos und der Hekabe war, treffen. Die vier Blätter der Pflanze stehen dabei für die Göttinnen und den Paris. Es gibt aber auch noch andere Namen für die Einbeere, wie Kreuzkraut, Hundstot, Krähenauge, Schlangenauge sowie kleine Tollkirsche. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Beeren, durch die enthaltenen Saponine und Glykoside. Der Genuss mehrerer Beeren kann beim Menschen z.B. zu Brechreiz, Magenkrämpfen, Durchfall, Kopfschmerz und Schwindel führen. Die Blätter dieser Pflanze wurden früher u.a. als Auflage zur äußerlichen Behandlung von Pestbeulen, zur Behandlung von anderen heißen Geschwüren und zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden empfohlen. Drogenzubereitungen aus den Beeren, dem Kraut und der Wurzel der Einbeere wurde als krampflösend beschrieben und ihre Anwendung sei bei Krämpfen angezeigt. Heutzutage soll ihre Homöopathische Anwendung bei Kopfschmerzen, einseitigen Beschwerden, Neuralgien und Missempfindungen unterstützen.

(Gekürt von der Stiftung Naturschutz Hamburg).

(zur Bildergalerie).

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