Kräuter – Informatives

Oktober

Weintrauben-hell-150x150 in Kräuter - InformativesDer Oktober war nach dem alten römischen Kalender der achte Monat. Dadurch erhielt er den Namen Oktober (octo = lat. acht). Er ist der Monat der letzten Ernte und des Weins. Früher gab es viele Bräuche rund um die Ernte. So gab es zum Beispiel die erste und letzte Garbe und man tanzte zu einem Festessen den “Abdreschtanz”.

Früher hieß dieser Monat auch “anderer Herbst” (im Gegensatz zum “Herbst” für September) und Vogelmonat, denn früher ging man jetzt auf Vogeljagd.

Die jetzt beginnende Verfärbung der Laubblätter zeigt den Herbst mit seiner ganzen Farbpracht. Je schöner das Wetter jetzt ist, desto langsamer verfärbt sich das Laub. Herbst-200700116-150x150 in Kräuter - InformativesBesonders der Ahorn wandert dabei durch die ganze Farbpalette.

Diese Farbenorgie kann ganz nüchtern erklärt werden, denn es handelt sich hier um ein Notprogramm im Stoffwechsel der Bäume. Über die Blätter verdunstet jeder Baum normalerweise hunderte Liter Wasser täglich. Bei Frost können die Wurzeln aber das dafür notwendige Wasser nicht aufnehmen. Laubbäume würden also in der kalten Jahreszeit verdursten, wenn sie im Herbst ihre Blätter nicht abwerfen würden. Um wertvolle, in den Blättern enthaltene Substanzen wie Stärke oder den grünen Blattfarbstoff Chlorophyll nicht zu verlieren, werden sie aus den Blättern in den Stamm und die Wurzeln umverteilt. Durch ihr Verschwinden in den Blättern treten nun farbige Blattfarbstoffe hervor, die zuvor vom Blattgrün verdeckt waren. – Und so leuchtet das Herbstlaub bunt statt nur grün.

Weinblatt-rot-150x150 in Kräuter - InformativesDas erste Drittel des Oktobers zeigt sich oft wechselhaft und windig. Im zweiten Drittel kann es dagegen noch einmal mild und klar werden. Vielleicht zeigt sich ja dieses Jahr dann der sprichwörtliche “goldene Oktober”. Im letzten Drittel kann sich dann allerdings auch schon der Frühwinter zeigen.

In der Landwirtschaft wünscht man sich für den Oktober noch viel Sonnenschein.

“Oktobersonne – Winzers Wonne.”

“Oktoberhimmel voller Sterne, hat warme Öfen  gerne.”

Zum 9. Oktober heißt es: “Regnet’s an Sankt Dionys, wird der Winter nass gewiss.”

Zum 14. Oktober: “Sankt Burkhard Sonnenschein schütt’ Zucker in den Wein.”

Zum 23. Oktober: “Wenn’s Sankt Severin gefällt, bringt er mit die erste Kält’.”

Am 31. Oktober gehen die Toten um, so sprach der Volksmund. Halloween stammt noch aus heidnisch-keltischer Zeit, ist also keine Erfindung aus Amerika.

Brunnen-mit-K Rbis-150x150 in Kräuter - InformativesDie Nacht vor dem 1. November wurde “Samhain” nach dem keltischen Totengott Saman genannt. Dem Tag, an dem die Götter den Menschen ihre Totenwelt durch allerlei Streiche erfahrbar machten und sie in Angst und Schrecken versetzten. Nur durch Opfer und Geschenke ließen sie sich besänftigen.

Heutzutage sollen Kürbisfratzen Geister vertreiben. Der Kürbis erlebte in den 90iger Jahren mit Halloween auch bei uns eine kulinarische Aufwertung. Er wird inzwischen als Kürbiskernöl und in vielen verschiedenen Gerichten von Suppe über Kürbisgemüse bis zur Marmelade geschätzt.

Christen “ersetzten” Samhain durch “Allerheiligen & Allerseelen”. Die alten keltischen Bräuche lebten jedoch weiter, vor allem bei den Iren, Schotten, Walisern. Viele von ihnen wanderten aus uns so  wurde der nächtliche Spuk am Vorabend von Allerheiligen (“Hallow-Even”, daraus wurde “Hallow e´en”) vor allem in den protestantisch dominierten Gegenden Amerikas zum beliebten Volksbrauch.

Zu den Kürbisfratzen gibt es eine Legende in verschiedenen Versionen. Hier eine Kurzfassung einer bekannten Version “Jack O’Lantern” :

K Rbisgesicht2-150x150 in Kräuter - InformativesIrgendwann vor langer Zeit soll Jack, ein ziemlich bösartiger, alter Mann, gelebt haben.

Als seine Zeit abgelaufen war wurde er zu Recht nicht in den Himmel eingelassen. So blieb ihm keine Wahl und er trat den Weg in die Hölle an.

Aber selbst der Teufel wollte den hinterhältigen Jack nicht! Er eilte Jack entgegen und drückte ihm ein Kohlenstück in die Hand. Mit der Kohle in Händen zog Jack von dannen und steckte die glühend heiße Kohle in seiner Not in eine ausgehöhlten Rübe die gerade herum stand.

Seit damals wanderte Jack ruhelos umher, auf der Suche nach einem Platz, wo er bleiben könnte.

Die Menschen leiteten aus dieser Erzählung ab, dass ein brennendes Stück Kohle in einer Rübe den Teufel (und damit wohl auch alle bösen Geister) abhalten könne.

Meine nächsten Kräuterführung:

Samstag, 30.10.2021 ab 14.00 Kräuterführung “Samhain und herbstliche Kräuter”

Es wird nämlich höchste Zeit, sich (wieder) mehr mit der Natur und Ihren Schöpfungen auseinanderzusetzen. Ich freue mich deshalb schon jetzt auf Ihre Anmeldung für eine meiner kommenden Kräuterveranstaltungen.

Kräuterabende: Teilnahmegebühr: € 23,50 zuzüglich Material.

Kräuterführungen: Teilnahmegebühr: € 15,00.

Anmeldungen bitte per E-Mail. Anmeldeschluss ist jeweils 3 Tage vor diesem Termin

(zur Bildergalerie).

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2021 ist ein Jahr mit 365 Tagen, ist also kein Schaltjahr.

2021 entspricht dem Jahr 2774 seit der Gründung Roms (ab urbe condita).

Es entspricht dem Jahr 2565 des buddhistischen Kalenders.

Das jüdische Jahr 5782 beginnt im September 2021, denn das jüdische Jahr gilt ab Herbst. Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands,

Das chinesische Jahr 2021- 4717 beginnt am 12.02.2021 unter dem Zeichen Metall-Büffel.

Der Büffel gilt als geduldiges und fleißiges Sternzeichen. Er soll sehr strebsam und diszipliniert sein und Schwierigkeiten und Problemen soll er nicht ausweichen. Er stellt sich ihnen wohl und bezwingt sie mit seiner bedächtigen Art. In diesem Jahr sollen wir viel erreichen können. Wir sollen die Energie des Büffels auf der Arbeit zu unserem Vorteil nutzen. Durch die Wirkung des Elements Metall soll jetzt genau die richtige Zeit sein, um weiter in die Zukunft zu planen. Investitionen und Geschäfte sollen ebenfalls – wie schon im Jahr der Metall-Ratte – unter einem guten Stern stehen. In der Liebe ist nun angeblich die Zeit der großen Gefühle gekommen. Singles 2021 sollen wohl im Jahr des Metall-Büffels das Bedürfnis nach einer engeren Bindung verspüren.

Pflanzen des Jahres 2021

Arzneipflanze: Myrrhe (Commiphora myrrha)

Myrrhe-II-150x150 in Kräuter - InformativesDer Myrrhenbaum ist im östlichen Mittelmeergebiet, auf der arabischen Halbinsel und im nördlichen Afrika heimisch und gehört zur Familie der Balsambaumgewächse. Er ist stark verzweigt und dornig und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 4 m.

Das Harz der Myrrhe, durch Anschneiden der Stämme und Zweige gewonnen, gehört zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit und wurde schon von Hippokrates verwendet. In der Medizin des Mittelalters finden sich erste Hinweise auf die Anwendung bei entzündlichen Darmerkrankungen.

Wichtige Inhaltsstoffe sind das ätherische Öl, Harz sowie Bitter- und Gerbstoffe. Myrrhe soll adstringierend wirken, damit Darmkrämpfe lindern und auch ihr Einsatzgebiet in der Behandlung von Entzündungen der Haut- und Schleimhaut finden. Außerdem soll sie entzündungshemmend und antimikrobiell wirken.

Als Räucherware: Schon früher wurde Myrrhe zu gleichen Teilen zusammen mit Weihrauch geräuchert, denn der Weihrauch soll das Männliche, während Myrrhe das Weibliche unterstützen soll.

Gekürt von den Wissenschaftlern der Universität Würzburg.

Heilpflanze: Meerrettich (Armoracia rusticana)

MeerrettichwurzelnII1-150x150 in Kräuter - InformativesDer Meerrettich gehört zu den Kreuzblütengewächsen und kommt wohl ursprünglich aus dem Mittelmeerraum oder Osteuropa. Er wird 60 bis 150 cm hoch. Die unteren Grundblätter sind eiförmig lanzettlich, unregelmäßig gekerbt, lang gestielt und werden bis zu 100 cm lang. Die oberen Blätter sind eiförmig lanzettlich und gesägt und am Stängel sitzend. Die weißen Blüten wachsen von Mai bis Juli in großen traubigen Blütenständen am Ende des Hauptsprosses und der Seitensprosse.

Wichtige Inhaltsstoffe: verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, sowie Senfölglykoside,aus denen sich Senföle bilden, ätherische Öle und Flavone. Seine Wirkungen werden als antibiotisch, Bakterien tötend, Schleim lösend und – verflüssigend, Husten lösend, kräftigend, Cholesterin senkend, entschlackend, äußerlich Haut reizend, ableitend, Schmerz stillend, erwärmend und durchblutungsfördernd beschrieben. Unverletzter Kren/Meerrettich strömt so gut wie kein Aroma aus, aber beim Schneiden, Schaben oder besonders Reiben entwickelt sich ein stechender und tränenreizender Geruch.

Meerrettichhonig zum Durchatmen

2 TL geriebener Meerrettich, 1 TL Honig

Beides mischen und bei Bedarf (z.B. zum Schlafen bei Schnupfen) ½ TL der Mischung in den Mund nehmen.

(Gekürt vom Naturheilverein Theophrastus).

Baum:  Stechpalme (Ilex aquifolium)

Stechpalme-II-150x150 in Kräuter - InformativesDie Stechpalme gehört zu den Stechpalmengewächse und das natürliche Verbreitungsgebiet ist vor allem Süd- und Westeuropa. Angepflanzt findet man den Strauch, der bis zu 10 m hoch werden kann, in Parks und in Gärten. Er trägt immergrüne, glänzende Blätter, die eiförmig und dornig gezähnt sind. An älteren Bäumen findet man auch ganzrandige Blätter. Die weißen, 4 blättrigen Blüten erscheinen von Mai-Juni zu mehreren in den Blattachseln. Im Herbst entwickeln sich daraus dann die Beeren, die von grün über gelb nach rot reifen.

Stechpalme-Schnee-II-150x150 in Kräuter - InformativesInhaltsstoffe u.a.: Bitterstoff, Gerbstoffe, Wachs, Gummi, Kalisalze und Ilexsäure.

Giftstoffe und Wirkung: Blätter und Beeren enthalten Urolsäure und Polyphenole. Insbesondere die leuchtend roten Beeren stellen für Kinder eine Gefahr dar. Die Giftstoffe bewirken Erbrechen, Magen – und Darmbeschwerden und Durchfälle.

In der Homöopathie findet die Stechpalme noch Anwendung bei Rheuma und Gicht sowie als harntreibendes Mittel.

(Gekürt von der  Dr. Silvius Wodarz Stiftung)

Blume: Großer Wiesenknopf

Wiesenknopf-gross-II-150x150 in Kräuter - InformativesDer Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) gehört zu den Rosengewächsen. Er ist eine ausdauernde Pflanze mit unpaarig gefiederten Grundblättern mit 7-15 Teilblättchen. Die dunkelroten Blüten stehen in der Blütezeit von Juni bis September in endständigen, 1-3 cm langen, eiförmig-kugeligen Köpfchen. Es fehlen Blütenblätter, aber es gibt 4 Kelchblätter.

Inhaltsstoffe u.a.: Vitamin C, Saponine, Gerbstoffe, Flavone und Tannine. Dadurch soll er blutstillend, adstringierend, antibakteriell, entzündungswidrig, harntreibend, schmerzlindernd und tonisierend wirken. Er gilt auch als ausgezeichnete Futterpflanze und wird vom Vieh gern gefressen. In der Pflanzenheilkunde steht der Große Wiesenknopf seit dem Mittelalter in dem Ruf, ein gutes, blutstillendes Mittel zu sein, worauf auch der botanische Name hinweist.

In der Küche: Der Große Wiesenknopf kann prinzipiell gleich verwendet werden wie der Kleine Wiesenknopf und hat auch die stärkere Heilwirkung.  Die Blätter sind jedoch zäher und weniger aromatisch als bei seinem kleinen Verwandten.

Grüner-Camembert

100 g Camembert, 50 g weiche Butter, 1 fein gehackte Zwiebel, 3-5 EL frisch gehackte Wild- und/oder Küchenkräuter (z.B. Brennnessel, Löwenzahn, Giersch, wilder Schnittlauch, Kleiner und großer Wiesenknopf …), Pfeffer und Kräutersalz.

Käse mit der Gabel zerdrücken, Butter untermengen, fein gehackte Zwiebel und Kräuter hinzugeben. Mit den Gewürzen abschmecken.

(Gekürt von der Stiftung Naturschutz Hamburg).

(zur Bildergalerie).

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