Neue Rubrik: Pflanze der Woche

KW 22: Margerite

Margeritenfeld-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheWenn man mich lässt, mache ich meinem Namen alle Ehre: „Wucherblume“! Auf Wiesen, die regelmäßig gemäht werden breite ich mich nämlich teppichartig aus. Ich mag Waldwiesen, Halbtrockenrasen und nährstoffarme Böden.

Die Farbe meiner den Blütenkopf umgebenden Blütenblättchen gab mir den lateinischen Namen: Leucanthemum. Dieser leitet sich von den griechischen Wörtern „leukos“ weiß und „anthemon“ Blüte ab. Der Zusatz „vulgare“ ist im Sinne von gemein zu verstehen und weist darauf hin, dass ich in ganz Mitteleuropa am weitesten verbreitet bin.

Der Name Margerite geht zurück auf lat. margarīta ‘Perle’, aus gleichbedeutend griechisch margarī́tēs, einem orientalischen Lehnwort.

Ich gehöre zur Familie der Korbblütengewächse, wie auch die Kamille oder das Gänseblümchen. Wir ähneln uns äußerlich sehr, unterscheiden uns jedoch in der Größe. Wir sind klassische Orakelblumen: Die Blütenblätter werden eins nach dem anderen abgezupft, um die ewige Frage zu beantworten: “Er liebt mich, er liebt mich nicht…“

Margerite-II-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheIch bin ausdauernd, d.h. ich wachse jedes Jahr wieder aus meiner Wurzel. Meine Blütenkörbchen stehen einzeln am Ende des Stängels oder an den selten vorhandenen Ästen. Meine Blüten habeneinen Durchmesser von 3-5 cm.  Meine Stängelblätter sind schmal eiförmig bis lineal, grob gezähnt, die obersten aber fast ganzrandig. Ich blühe von Mai bis Oktober werde bis 90 cm hoch.

Zum Johannistag (Sommersonnenwende) spielte ich früher neben anderen Johanniskräutern, wie z.B. Arnika, Beifuss, Eisenkraut, Königskerze… eine Rolle. Der Johannistag  galt als “Tag der Heilkräfte”, an man die “Johanniskräuter”  sammelte und damit einen Johannisstrauß band, in dessen Mitte unbedingt die Königskerze gehörte. Diese Johannissträuße oder auch –kränze wurden u.a. auch vor das Haus gehängt, um vor bösen Geistern und Dämonen zu beschützen.

Früher gehörte ich zusätzlich auch in den Kräuterbuschen, der an Maria Himmelfahrt (15.08.) gebunden und anschließend gesegnet wurde. In den alten Bauernstuben wurde dieser Kräuterbusch in den Herrgottswinkel gehängt. War er dann schön trocken, zupfte man einige Kräuter ab, zerrieb sie, vermischte sie eventuell mit Weihrauch und verräucherte sie.

Übrigens soll ein Margeritenstrauß im Haus Harmonie, Klarheit und Freude schaffen. Unsere Blüten unters Kopfkissen gelegt sollen das Unheil fernhalten. Unter Freunden ist ein Margeritenstrauß ein schöner Gruß, denn ich stehe für Natürlichkeit und unverfälschtes Glück. Unter Liebenden sollte ich aber nicht verschenkt werden – hier hinterfrage ich die Gefühle des anderen.

Im alten Griechenland war ich der Göttin Aphrodite geweiht, im Christentum der Jungfrau Maria, deren Tränen ich symbolisieren sollte.

Margerite-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheMargerite – ist auch ein ausgesprochen seltener Vorname für Mädchen. Zumindest in Deutschland wird der Name Margerite nur sehr selten vergeben.  Die französische Form des Vornamens Margarete ist Marguerite und bedeutet so viel wie die “Edle” oder die “Elegante” oder auch die “Blühende”.

Wir Margeriten sind auch beliebte Zierpflanzen, werden als Garten- oder Kübelpflanzen geschätzt, aber auch als Schnittblumen verkauft. Heute werden gezüchtete Verwandte von mir nicht nur in unterschiedlichsten Farben (gelb, rosa, rot, violett), sondern auch in gefüllter Form in den Gartenfachmärkten unter dem Sammelbegriff Strauchmargeriten angeboten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gaben wir den Margeritentagen ihren Namen. Sie wurden von Vereinigungen organisiert, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, die Kinderkrankenpflege in den örtlichen Krankenhäusern zu verbessern. Die Margerite wurde dabei gewählt, weil sie symbolisch als „weiße Blume der Barmherzigkeit“ galt.

An diesen Tagen wurden die Straßen mit uns festlich geschmückt und zu wohltätigen Zwecken wurden Kunstblumen in Form von Margeriten verkauft. Solche Blumentage (z.B. auch der Kornblumen- oder Heckenrosentag) fanden in verschiedenen deutschen Städten in den Jahren ab 1910 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs statt.

Meine Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Harze, Tannine und meine Heilwirkung: krampflösend und beruhigend, insbesondere auf gereizte Schleimhäute. Ich werde wenig verwendet, obwohl ich als Krampflöser bei Darmkoliken und Menstruationsbeschwerden nützlich sein kann. Ebenso wirke ich wohl beruhigend bei Husten und Asthma. Kräutertees von mir sollen harn- und schweißtreibend wirken.

Margeriten-mit-Schmetterling-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheMeine Bachblütenessenz wird zur Aufhellung der Stimmung empfohlen.

In der Küche

Die gezupften weißen Strahlenblüten dienen als essbare Dekoration für würzige Aufstriche, Salate oder Suppen. Meine Blütenknospen können als Antipasti in Würzöl oder in Essig als Kapernersatz eingelegt werden. Meine jungen Blätter sind roh essbar. Sie können für Salate aber auch für Gemüsegerichte , wie z.B. mit Spinat  genutzt werden. Essbar soll auch meine Wurzel, sein, ihr Geschmack erinnert wohl an den von Steckrüben.

Rezept für einen exotischen Fruchtsalat mit bunten Blüten (u.a. auch Margerite)

1 Papaya, 1 Mango, 1 kleine Ananas oder Melone, 2-3 Nektarinen oder Pfirsiche, 1 kleine Handvoll bunte Blüten, ½ Tasse Apfel- oder Orangensaft, Zitronenverbene- oder Blütenzucker nach Geschmack.

Die Früchte schälen, putzen und in kleine Stückchen schneiden. Alles vermischen. Den Apfel- oder Orangensaft nach Geschmack mit Zitronenverbene- oder Blütenzucker süßen, über das Obst gießen und zirka ½ Stunde ziehen lassen. In der Zwischenzeit die bunten Blütenblätter vom Stiel zupfen und vor dem Servieren über den Salat streuen.

Anmerkung:

Ich bin nicht giftig, aber fast alle meine Pflanzenteile können bei Berührung mit der Haut von empfindlichen Personen Kontaktallergien auslösen.

Ein schöner Spruch zur Margerite:

Oft braucht es nur einen Sonnenstrahl, um das Dunkel zu erhellen

Auch diese Margeriten hier am Wegesrand, sie klingen wie eine Melodie

Und schon schwingt die Seele in schöner Harmonie.

Ein Gedicht von Franz Christian Hörschläger:

Kennst du das Spiel der Margerite,

das Spiel der Liebe, kennst du das?

Dabei nimmst du ihr Blüt’ um Blüte,

du quälst sie aber nicht zum Spaß.

“Sie liebt mich”, ach “Sie liebt mich nicht”,

bedeuten wohl im Fallen

die weißen Boten, stilles Glück

den frisch Verliebten mitzuteilen.

Wie es um ihre Lieb’ bestellt,

liegt nicht an einem fernen Stern,

es zeigt sich, wenn das letzte fällt…

Ei, sieh’, sie hat mich wirklich gern !

KW 21: Hundsrose

Hundsrose-Busch-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der Woche

Schaut her, blühe ich nicht in einem schönen zarte Rosa? – Wer ich bin? – Nun mein Name weißt so gar nicht auf meine so hübschen Blumen hin: Hunds-Rose (Rosa canina), vielfach auch nur einfach Hundsrose, Hagrose oder Heckenrose. Ich bin mit Abstand die häufigste wild wachsende Rosenart in Mitteleuropa.

„Canina“ heißt so viel wie hundsgemein, deshalb hat mein Volksname „Hundsrose“ nichts mit Hunden zu tun, sondern bedeutet, dass man mich überall finden kann, da ich weit verbreitet bin.

Weshalb beschäftigen sich denn Botaniker so intensiv mit uns Wildrosen?

Wer typische Wildrosen, wie mich, aber auch meine Schwestern, wie z.B. die Wein-  und Bibernellrosen, aufmerksam anschaut, findet bei uns sehr verschiedene Blütenfarben. Neben Sträuchern, die rein weiß blühen, findet man zartrosa oder kräftig rosa blühende, ja gelegentlich fast rotblühende Sorten. Nicht nur das deutet darauf hin, dass es verschiedene Arten gibt, auch bei unseren Früchten, den Hagebutten lassen sich auffällige Unterschiede beobachten: Sie können kahl und glatt sein oder feine Borsten besitzen. Weitere wichtige Unterschiede: Die Behaarung der Blätter, der innere Aufbau der Hagebutten, die Wuchsform der Sträucher, die Stachelform und vieles mehr. Seit dem 19. Jahrhundert wurden diese Merkmale von Botanikern studiert und dabei allmählich erkannt, welche davon erblich sind.

Der Begriff Wildrosen kommt aus der Rosenzucht und bezeichnet eine Rosenklasse der nicht gekreuzten Formen der Gattung Rosen(Rosa). Wildrosen sind grundsätzlich Sträucher mit ungefüllten Blüten mit fünf Kronblätttern (Petalen).

Schaut man aus der Nähe in eine unserer Wildrosenblüten hinein…

Rosenbl TeII-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der Woche…so fallen in der Mitte der Blüte die zahlreichen gelben Staubblätter auf. Sie locken Insekten an, die den eiweißreichen Blütenstaub (Pollen) schätzen. Wir Wildrosen sind in dieser Hinsicht für die Insekten nützlicher als die gefüllten, edlen und stolzen Gartenrosen. Dort wurden durch Genveränderungen die Staubblätter in Blütenblätter umgewandelt. Was die Züchter da hätscheln und pflegen, sind eigentlich Abnormitäten, allerdings sehr dekorative – wie auch ich zugeben muss.

Rosenbusch1-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheIch, also die Hundsrose, wachse als aufrechter, lockerer Strauch und bilde lange, bogig überhängende Äste und Zweige. Ich bin schnellwüchsig und werde meistens breiter als hoch (2-3 m). Meine Waffen, die Stacheln haben eine breite, herablaufende Basis und sind kräftig ausgebildet.

Meine Blätter sind siebenzählig gefiedert, von frischer, grüner Farbe und glänzend, allerdings auch derb und fest. Meine Blattstiele sind unbehaart,  aber oft mit Stieldrüsen und sicherförmigen Stacheln versehen. Meine  Fiederblättchen (Nebenblättchen, typisch für Rosengewächse) sind sehr variabel.

Rosenbl Te-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheMeine Blüten stehen meinst einzeln, aber dafür zahlreich an den Sträuchern. Die einzelnen Blüten sind nur allerdings nur wenige Tage geöffnet. Der Durchmesser der Blüten beträgt meist 3,5 bis 4,5 cm. Der Blütenstiel ist ein bis zwei, selten bis drei cm lang. Nach der Blüte schlage ich meine Kelchblätter zurück und lasse sie fallen, so dass sie zur Fruchtreife nicht mehr da sind. Meine fünf Kronblätter sind hellrosa, selten weiß oder kräftig rosa.

Meine Früchte, die Hagebutten sind von der Gestalt sehr variabel, am häufigsten sind sie länglich- bis eiförmig.  Zur Reife sind sie rot und hart, häufig sind sie auch im Frühling noch am Strauch zu finden.

Wo bin ich zu finden? Ich wachse an Straßen- und Wegrändern, auf Weiden, in Hohlwegen, in Gebüschen, Waldsäumen, lichten Wäldern und am Strand. Ich gehöre zu den Pioniergehölzen und steige in den Alpen bis etwa 1500 m Höhe.

Als Zierstrauch habe ich leider keine Bedeutung. Für Rosenschulen bin ich  allerdings die wichtigste Rosenunterlage zur Veredelung von Rosen. Meine Hagebutten werden vielfältig verwendet, so auch für Tees, Hagebuttenmarmelade und für die Herstellung von Hagebuttenwein.

Hagebutten, wurden auch in alten Volksliedern besungen, wie z.B. “Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm, es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um… und “Sah ein Knab ein Röslein steh‘n”.

Wir einheimischen Wildrosenarten sind wichtige Futterpflanzen für über 100 Kleinlebewesen, wie Dutzende Kleinschmetterlinge und einigen Wildbienenarten. Auch für Vögeln sind wir ein beliebter Futterstrauch.

Ein berühmtes und sehr altes Exemplar von meiner Sorte ist der so genannte Tausendjährige Rosenstock in Hildesheim.

Allgemeines über uns Rosen:

Keine andere Blume ist so reich an Symbolik, wie wir Rosen. In den verschiedensten Religionen finden wir Bedeutung. Wir verkörpern das Leben, das Werden und Vergehen, sind Zeichen für Schönheit und Liebe. Im Altertum waren wir Sinnbild der Liebe und jugendlicher Schönheit. Aphrodite soll die Rose aus dem Blute des Adonis geschaffen haben. Auch die Römer verehrten die Rose.
Im christlichen Glauben spielen wir ebenfalls eine wichtige Rolle (z.B. beim Rosenkranz). Das Rot der Rose war auch ein Zeichen für Blut, daher entwickelte sich eine Doppelbedeutung der Rose, nämlich einerseits als Symbol für Liebe und Schönheit, andererseits als Zeichen für Verletzung und Tod.
Im alten Aberglauben schützen unsere dornigen Zweige und unsere Hagebutten vor Zauberei. Der Genuss von 3 Hagebutten am Weihnachtsabend, am Silvesterabend und am Neujahrstag soll gegen Unfälle und Krankheiten im neuen Jahr schützen.
Außerdem soll eine Wildrosenhecke ums Haus auch für einen ruhigen Schlaf sorgen, wie der Name Schlafdorn dies auch ausdrückt.  Auch im Märchen “Dornröschen” handelt es sich  um die Schlaf bringende Wirkung von uns Wildrosen. Den Namen Friggadorn (Friggas Dorn) erhielten die Wildrosen von Frigga (Odins Gemahlin und Göttin der Fruchtbarkeit und mütterlichen Liebe). Wir Wildrosen spielten früher auch eine wichtige Rolle bei Ritualen rund um die Geburt eines Kindes (Vergraben von Nabelschnur oder Nachgeburt unter einem Wildrosenstrauch): Die schöne  Farbe unserer Roseblüten soll sich dadurch auf das Kind übertragen.

Heilkraft

Früher wurden unsere Blätter, Blüten, Früchte und Samen gegen sehr viele Krankheiten eingesetzt. Unser Rosenöl galt schon beinahe als ein Allheilmittel.  Hildegard von Bingen empfahl den regelmäßigen Verzehr von Rosenblättern zur allgemeinen Stärkung von Herz und Psyche. Schon in mittelalterlichen Klöstern war bekannt, dass die Rose eine heilende, keimtötende und Insekten vertreibende Wirkung aufweist.

Die Inhaltsstoffe meiner Früchte: Viel Vitamin A und C, Kohlehydrate, Gerbstoffe, Fruchtsäuren, Pektine. Hagebutten sind auch für die Menschen ein großer Vitamin-C-Träger!

Vor allem durch ihren enormen Vitamin C-Gehalt sollen Hagebuttenzubereitungen eine deutliche Steigerung der Abwehrkräfte bewirken. Und dies ist in heutigen Zeiten ja sehr wichtig!  Vitamin C wird zusammen mit seinen natürlichen Begleitstoffen oft weit besser aufgenommen als der reine, isolierte Wirkstoff.

Rezept für einen Hagebuttentee: 2 Teelöffel zerkleinerte Hagebuttenschalen mit 1/4 Liter Wasser 10 Min. kochen lassen. Durch diese Kochzeit soll der Tee den höchsten Vitamin C-Gehalt erhalten, den er auch beim Stehen lassen über mehrere Stunden noch behalten soll.

Schon die Chinesen und Ägypter waren nicht nur von der Schönheit und vom Duft der Rosen bezaubert. Sie wussten schon um ihre Wirkung auch als Heilpflanze. Karl der Große setzte sie auf das Register für Klostergärten. Nutzt doch uns Rosen viel mehr für Euer Wohlbefinden und Eure Gesundheit. Psychologen haben wohl beobachtet, dass allein der Duft der Rose die Seele fröhlich stimmt, positive Gedanken fördert und die natürlichen Abwehrkräfte des Organismus stärken kann. Forschungen zeigten, dass Rosenblüten die Vitamine A und C enthalten. Sie sollen beim Abbau stressbedingter Müdigkeit, bei Schultersteife und Schlaflosigkeit, Magenschmerzen und Nervosität helfen. Das Hydrolat (Rosenwasser) ist gut gegen Falten und geschwollene Lider und gut geeignet als Gesichtswasser, vor allem bei empfindlicher Haut.

Meine Petalen (Blütenblätter) können auch wunderbar in der Küche verwendet werden. Allerdings sollte man dann den unteren bitteren Teil entfernen. Konservieren lassen sich meine Blüten in Zucker, Öl oder Butter. Sie lassen sich auch gut kandieren.

Zwei Rezepte für Rosenbutter, einmal süß und einmal salzig:

250 g Süßrahmbutter mit 30-50 g Puderzucker verrühren, 1 EL Rosenwasser unterrühren, von einer Handvoll Duftrosenblätter den bitteren Teil entfernen und danach klein schneiden und unter die Butter heben.

250 g Sauerrahmbutter mit Meersalz, roten Pfefferkörnern, 1 Spritzer Zitronensaft und 1 TL Senf verrühren. Eine Handvoll Duftrosenblätter wie oben behandeln und unter die Butter rühren.

Heinrich Heine schrieb ein schönes Gedicht über die Rose:

Der Schmetterling ist in die Rose verliebt,

Umflattert sie tausendmal,

Ihn selber aber goldig zart

Umflattert der liebende Sonnenstrahl.

Jedoch, in wen ist die Rose verliebt?

Das wüßt’ ich gar so gern.

Ist es die singende Nachtigall?

Ist es der schweigende Abendstern?

Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt;

Ich aber lieb’ euch all?:

Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl,

Abendstern und Nachtigall.

Wilhelm Busch, der bekannte Spötter, findet andere Zeilen:

,,Dass keine Rose ohne Dorn,

bringt mich nicht aus dem Häuschen.

Auch sag ich ohne jeden Zorn:

Kein Röslein ohne Läuschen.“

„Und doch hat unser Röschen, das feine,

Allerlei Kleine

Grillen und Räupchen

Unter dem zierlichen Häubchen”

Ein arabisches Sprichwort:

Ärgere dich nicht darüber, dass der Rosenstrauch Dornen trägt,

sondern freue dich darüber, dass der Dornenstrauch Rosen trägt”

Und ein Gedicht über die Hagebutten von Gabriela Bredehorn:

Die Heckenrose spendet Früchte,

im Scharlachrot am Wiesenrain.

Das weckt die ersten Schlemmersüchte,

der Herbst lädt prompt zur Ernte ein.

Die Nüsschen summen Erntelieder,

das hohe C ist nicht verstimmt.

“Canina” stärkt die matten Glieder,

wenn das Immun sich nicht benimmt.

Danach steht man bald auf der Matte,

dem Hagebüttchen sei der Dank.

Sie schmückt auch Beete und Rabatte,

den Trockenstrauß, ein Leben lang.

Der Herbstwind streut die schönen Düfte,

er ist bestimmt nicht hundsgemein.

Die Vögel kreisen durch die Lüfte,

im schönsten Hagebuttenschein.

KW20 Klatschmohn

DSC03444II1-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheGefällt Dir mein rotes Leuchten?

Viele Synonyme beziehen sich auf meine klare Blütenfarbe: Blutblume, Feuerblume, Klatschrose, Kornrose und Klatschrosenmohn.

Aus meinen tiefroten Blütenblättern hat man früher rote Tinte hergestellt: Dazu meine Blütenblätter mit Essig übergießen, ein wenig Zitronensaft hinzufügen und für mehrere Stunden in die Sonne stellen.

Der Name  Klatschmohn kommt wohl daher, weil früher die Kinder meine Blütenblätter gern geklatscht haben.

Er liebt mich, er liebt mich nicht: Auch als Liebesorakel diente das Klatschen meiner Blütenblätter: Dafür werden die Mohnblütenblätter zu einem kleinen Ballon zusammengefaltet und auf eine Handfläche gelegt. Mit der anderen Hand klatscht man jetzt auf den Mohnblütenballon. Wenn die Luft laut entweicht, dann ist die Gegenliebe groß, falls es keinen rechten Laut gibt, so ist die Liebe wohl nur einseitig.

Im Französischen hieß der Hahn früher „cocorico“. Da meine Kronblätter genauso rot sind, wie ein Hahnenkamm, nimmt man an, dass mein französische Name  „coquelicot“ so entstanden ist.

DSC03471III-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheIch heiße lateinisch Papaver rhoeas, gehöre zur Familie der Mohngewächse, bin einjährig mit fiederbuchtigen Blättern. Meine zarten, schwankenden Blütenstiele sind abstehend borstig behaart. Aus meinen nickenden Knospen entwickeln sich die leuchtend roten, flachen Blütenschalen. Wenn sie sich entfalten, scheinen meine Blütenblätter wie aus hauchdünnem, knittrigem Seidenpapier  zu sein. Die einzelne Blüte steht leider nur 1-2 Tage, bevor sie verwelkt. Deshalb lohnt es sich auch nicht meine schönen Blüten für die Vase zu pflücken. Meine Blütenzeit reicht von Mai bis Juli, manchmal auch bis in den August, und ich werde von 20- 90 cm hoch. Somit beginne ich eigentlich bereits im Frühjahr zu blühen – trotzdem gelte ich als einer der auffallenden Sommerbegleiter. Sobald meine Blüten an Feldrändern und in Getreidefeldern blühen, beginnt endgültig die helle und warme Zeit des Jahres.

DSC03445III-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheMeine Blüten sind hauptsächlich in den Vormittagsstunden geöffnet, dann kommen mich auch die Insekten fleißig besuchen. Nachmittags fangen sie dann schon an zu verblühen. Aber ich bilde ständig neue Blüten aus und so habe ich Bienen und anderen befruchtenden Insekten stets etwas zu bieten. Ich habe zwar keinen Nektar, aber dafür große Mengen an grünen Pollen.

Es ist sogar eine Bienenart nach mir benannt worden: Die Mohn-Mauerbiene. Sie bevorzugt genau die Umgebung, die ich auch mag und ist zur gleichen Zeit besonders aktiv. Diese Biene gilt inzwischen als vom Aussterben bedroht. Sie nutzt nicht nur meinen Pollen als Nahrung, sondern auch meine Blütenblätter als Kinderstube für Ihren Nachwuchs: Mit Teilen von den Blütenblättern polstert sie ihr Nest aus.

Wie die meisten Ackerkräuter stamme ich ursprünglich nicht aus Mitteleuropa. Ich komme aus dem wärmeren Mittelmeerraum. Mit dem Getreideanbau kam ich dann während der Jungsteinzeit hierher. Heute bin ich auf der ganzen Welt verbreitet.

Mein Lebensrhythmus

ist gut an den des Getreides angepasst, denn ich bin ein so genannter Lichtkeimer und benötige deshalb jedes Jahr immer wieder offene Flächen, wie z.B. bei Getreideäckern. Aus meiner Sicht wurde leider inzwischendie Saatgutreinigung immer besser – so dass immer weniger meiner feinen Mohnsamen mit dem Getreide zusammen ausgesät werden. Außerdem werden die Äcker durch die genutzten Pestizide immer “Unkraut”-ärmer. Die konventionelle Landwirtschaft raubt mir und meinen Mitstreitern (Kornblume, Kamille…) den Lebensraum. Als Blume des Jahre 2017 nehme ich deshalb eine Stellvertreterrolle ein. Ich stehe für zahlreiche bedrohte Ackerwildpflanzen und damit für den Verlust der bunten Vielfalt auf den Feldern.

Da ich gern an Stellen wachse, wo Erde frisch bewegt wurde, säume ich oft in großer Menge neue Straßen und Autobahnen.

Ich bin ein Symbol

für Fruchtbarkeit, Schlaf, Vergessen, Tod und Versuchung. Auch meine antike Symbolik war eher düster: Ich war bei den Griechen der Unterweltsgöttin Persephone geweiht. Der Gott des Schlafes, Hyphnos, wurde gern mit meinen Blüten in der Hand dargestellt. Früher sollte man meine Blüten nicht über die Hausschwelle hineinbringen, dann sollte ich der Liebe Unglück bringen.

Im englischsprachigen Raum trägt man mich als Boutonniére am Revers, um an die gefallenen Soldaten zu erinnern. Der Ursprung ist das Gedicht „In Flanders Fields“, indem meine roten Blüten an das vergossene Blut der Gefallenen des 1. Weltkrieges erinnert. Gleichzeitig entsteht die Hoffnung, dass das Leben weitergeht.

Da ich in meinen Blüten zwar winzige Samenkörner, die aber in großer Zahl (2.000-5.000) produziere, gelte ich auch als Fruchtbarkeitssymbol. So war ich auch der Muttergöttin Demeter geweiht. Brautpaare wurden daher auch mit viel Mohn überschüttet, damit der Kindersegen groß wurde.

Meine wichtigen Inhaltsstoffe: Rhoeadin und andere, jedoch wenig gefährliche Alkaloide, ein roter Farbstoff, organische Säuren, Gerbstoffe, Saponine, Bitterstoffe.

Meine Wirkungsweise: schleimlösend, hustenstillend, beruhigend und schmerzlindernd. In der Schulmedizin werde ich nicht verwendet.

Klatschmohn4-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheIn der Volksheilkunde dagegen finden ansehen meine Blütenblätter immer noch Anwendung in Form eines Sirups gegen Husten und Unruhezustände kleiner Kinder.

Mein Tee wird gegen Schmerzzustände empfohlen und auch als Schlaftee gepriesen. Die Inhaltsstoffe des Schlafmohns, wie etwa Morphin und Papaverin besitze ich hingegen nicht, deshalb kann man mich auch nur als schwach giftig.

In der Kosmetik

kann man einen Aufguss aus 15 g Kronblättern in einem ½ l Wasser nach dem Erkalten als Gesichtswasser verwenden. Mit Alkohol konserviert kann es auch jeden Tag als erfrischendes Tonic eingesetzt werden. Es erfrischt auch gut bei müden, irritierten  Augen.

In der Küche

setzt man eigentlich nur die Samen meines Bruders, des Schlafmohns,  ein. Sie eignen sich hervorragend zum Backen. Kennst Du Mohnkuchen, Mohnstriezel, Mohnschnecken und Germknödel mit Mohn? Mmh… Auch das Mohnbrötchen gehört für viele auf den Frühstückstisch. Erhältlich sind Blaumohn, Graumohn und Weißmohn. Blaumohn ist der herbe, kräftigere Typ und Graumohn eher zarter und eignet sich deshalb wunderbar für Desserts mit Mohn. Der Weißmohn ist seltener zu finden und soll eher nussig schmecken. Generell enthalten die Mohnsamen viel Calzium, Vitamin B, Aminosäuren sowie Magnesium und Kalium.

Ein passendes Rezept:

Frischkäse mit zweierlei Mohn

250 g Frischkäse, 3 EL Creme fraiche, 1-2 EL Puderzucker, 1 Prise Salz, 2 EL Mohnsaat (möglichst frisch gemörsert), 1 Handvoll Mohnblüten

Alles gut vermengen und zum Schluss die Mohnblütenblätter mit dem Pürierstab unterrühren.

Ein bekannter Verwandter ist der Kalifornische Mohn (Eschscholzia california). Er ist eine zu unserer Familie gehörende Zierpflanze, die aus Amerika kommend, hier eingebürgert wurde. Sie ist die Nationalblume Kaliforniens, wo sie der deutsche Arzt und Botaniker J.F.Eschscholtz erstmalig entdeckte. Sie wird wegen ihrer goldfarbenen Blüte auch „Gold-Poppy“ oder „Goldmohn“ genannt.

Hier noch 3 Gedichte über mich:

Ein Augenblick hat da geglüht

In einer blauen Hügelwelt

Bei einer Amsel Sehnsuchtton

Ein großes, grünes Roggenfeld,

Und drinnen feuerroter Mohn.

Wie ein Laternlein jede Blüt,

Und brennen röter als der Tag.

Ein Augenblick hat da geglüht,

Der lang noch nicht erlöschen mag.

Max Dauthendey (1867-1918)

Mohnblumen

Mit roten Feldmohnblumen

hatt’ ich dein Haar geschmückt,

die roten Blumenblätter

die sind nun alle zerdrückt.

Du bist zu mir gekommen

beim Abendsonnenschein,

und als die Nacht hereinbrach,

da ließest du mich allein.

Ich höre die Stille rauschen

und seh’ die Dunkelheit sprühn,

vor meinen träumenden Augen

purpurne Mohnblumen blühn.

Hermann Löns (1866 – 1914)

Die Blütenblätter flattern leicht im Wind,

weil sie so zart und empfindsam sind.

Die rauen Stängel trägen ihre Blüten,

so stolz, als wollten sie einen Schatz behüten.

In der Nacht oder bei Regenwetter,

schließen sich die Blütenblätter.

Ich liebe ihn, den roten Mohn,

bin immer wieder fasziniert davon.

Er erfreut uns im Garten, auf der Wiese, am Feld,

nur schade, dass er sich nicht lang hält.

Ich pflücke ihn nicht und lasse ihn stehen,

in der Natur blüht er so wunderschön.

Gudrun Nagel-Wiemer

KW 19: Wiesensalbei

WiesensalbeibuschII-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheSeht nur her… leuchte ich nicht in einem prächtigen Blau? –

Und wer bin ich? – Richtig, der Wiesensalbei (Salvia pratensis).

Nach meiner Farbe nennt man mich auch Blauer Heinrich, Blauer Storch oder Tintenblume. Ich bin ein Mitglied der Familie der Lippenblütler. Wie man uns erkennt? – Nun, unser Kelch ist glockenförmig (5 miteinander verwachsene Kelchblätter) und unsere Blütenblätter sind verwachsen und bilden die „Lippenblüte“ (2 Ober-, 3 Unterlippen). Wir besitzen 4 Staubblätter (2 kurze und 2 lange). Die Staubblätter und Griffel sind dabei so gelenkig, so dass sie sich beim Einführen eines Rüssels, z.B. einer Hummel, herabkrümmen und den Hinterleib der Bestäuber mit Pollen stempeln (Schlagbaummechanismus). Unser Nektar ist nur langrüsseligen Insekten zugänglich; der Hebelmechanismus kann nur von Hummeln, seltener von anderen Bienen, betätigt werden. Möchte sich jemand diesen raffiniWiesensalbeibl TeII-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der Wocheerten Mechanismus beim nächsten Spaziergang live anschauen: ein Grashalm genügt. Damit leicht in eine meiner Blüten drücken und schon senken sich die Staubfäden in Erwartung einer bestäubenden Hummel herab.

Die Blüten der Lippenblütler stehen in Quirlen oder Halbquirlen angeordnet, in den Achseln von den so genannten Tragblättern. Unsere Blätter sind immer gegenständig und die Stiele vierkantig. Viele Mitglieder unserer Familie bilden ätherische Öle aus und sind deshalb in der Heilkunde und der Küche sehr beliebt, wie z.B. der Rosmarin, der Thymian und mein großer Bruder, der Garten- oder Gewürzsalbei (Salvia officinalis).

Ich zähle leider nicht zu den Heilkräutern, da mein Gehalt an ätherischen Ölen niedrig ist und bin auch kulinarisch ohne Bedeutung. Das ist sehr bedauerlich. Meine Blütenfarbe ist allerdings ein großer Pluspunkt. Die ausgezupften Blüten bilden eine tolle essbare Deko. Aber auch meine weiteren Salbeibrüder, die als Gartenpflanzen geschätzt werden, wie z.B. der  Steppensalbei (Salvia nemorosa) oder der Silberweiße Salbei (Salvia argentea) werden nicht in der Heilkunde verwendet. Das tröstet doch sehr, ich bin da nicht allein. Wir stehen alle im Schatten unseres großen Bruders, dem Gartensalbei. Als Heilpflanzen gelten neben meinem großen Bruder Salvia officinalis lediglich wenig weitere Salbei-Arten: Der dreilappige Salbei (Salvia triloba) wird ähnlich wie S. officinalis verwendet.

Der aus dem südöstlichen Mittelmeerraum stammende Muskateller-Salbei (Salvia sclarea) ist aufgrund seines Muskataromas  in der Parfümindustrie und der Aromatherapie von Nutzen. Den Namen bekam er von Winzern, die früher mit seiner Hilfe ihren Rheinwein in hochwertigeren Muskatellerwein verwandelten.

Der Name Salvia unseres  Pflanzenclans wurde von dem lateinischen salvare = heilen abgeleitet.

Wiesensalbeibl TterII-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheBeschreibung meines Äußeren:  Meine Rosetten- und Stängelblätter sind alle runzlig. Ich bilde einen krautigen, vierkantigen Stängel aus. Die Blüten sitzen zu 4-8 in 6-20 Stockwerken. Sie sind 2-2,5 cm lang und blauviolett, selten hellblau, rosa oder fast weiß. Die Oberlippe ist breit sichelförmig. Meine Früchte sindSpaltfrüchte, die in 4 Klausen zerfallen. Meine Pflanzenhöhe: 30– 60 cm und meine Blütezeit kann von April bis August reichen.

Wo fühle ich mich besonders wohl?  Auf sonnigen Trockenrasen, an Rainen und wie mein Name schon sagt auf Wiesen. Gern findet man mich auch an Böschungen in der Nähe von Wasser, z.B.  an Rheindämmen.

Wiesensalbei-II-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheMeine Wurzeln reichen oft weit über ein Meter tief in die Erde und stellen damit meine Wasserversorgung auch auf trockenen Standorten sicher. Ich liebe die Sonne. Ein Wachsüberzug meiner ledrigen Blätter und die dichte Behaarung minimiert meinen Wasserverbrauch. Auch meine Fähigkeit, aktiv die Blattstellung mit der Wanderung der Sonne im Tagesverlauf zu verändern, um die Sonnenstrahlung optimal nutzen zu können, zeichnet mich aus.

Meine Inhaltsstoffe: Leider nur wenig ätherische Öle und Bitterstoffe (Salvin), außerdem Gerbstoffe und Flavonoide. Die bescheidene Heilwirkung ist antibakteriell, entzündungshemmend und verdauungsfördernd. Wie gesagt, ich habe deshalb leider nur geringe Heilkräfte, die ansonsten ähnlich sind wie beim Arzneisalbei. Trotzdem kann man mich zum Gurgeln bei Hals- und Rachenerkrankungen und als Kompresse auf Wunden verwenden. Schon Maria Treben schätzte mich im Wiesensalbei-Essig, mit dem man über längere Zeit hindurch Bettlägerige wohltuend massieren kann, um damit ein Aufliegen zu verhindern.

Kräuterkundige behandeln nur meinen Bruder, den echten Salbei, den man aber nur in angemessenen Dosen verwenden soll. Schwangere und Kleinkinder sollten auf die Verwendung meines kräftigen Bruders verzichten.

In der Küche:

Mich kann man auch als Küchenkraut verwenden. Ich würze aber viel weniger intensiv als mein starker Bruder, der  Gartensalbei. Meine Pflanzenstängel enthalten einen süßen Saft, was mir den alten Namen „Süßle“ eingebracht hat.

Hier ein passendes Rezept: Wiesensalbei mit neuen Kartoffeln

8-12 Kartoffeln (je nach Größe) waschen, eventuell die Schale mit der Gemüsebürste abreiben, in dicke Scheiben schneiden, 2-3 Süßkartoffeln genauso vorbereiten.
200 g durchwachsener Speck (oder in der vegetarischen Version Rauchtofu), 1  Knoblauchzehe, Olivenöl,  1 EL Kräuter der Provence, Pfeffer, Kräutersalz, eine Hand voll Wiesensalbeiblätter und Blüten

Eine Auflaufform mit Olivenöl auspinseln. Die Kartoffelscheiben mit den klein geschnittenen Salbeiblättern, dem gewürfeltem Speck (Räuchertofu), einem Schuss gutem Olivenöl, dem fein geschnittenen Knoblauch  und den Kräutern der Provence vermischen und in die Form geben.  Mit Pfeffer und Kräutersalz bestreuen.  Die Auflaufform in den auf 230 Grad vorgeheizten Backofen schieben, die Temperatur auf 200 Grad verringern und den Auflauf zirka 20-30 Minuten garen. Falls gewünscht kann  der Auflauf kurz vor Garzeitende mit geraspeltem Bergkäse betreut werden.
Zum Servieren mit Wiesensalbeiblüten überstreuen.
Geschmacksintensiver ist dieser Auflauf mit Salbei aus dem Garten.

Eine Bauernregel besagt: Salbei in gutem Bier und Wein, wird keinem Menschen schädlich sein. (Diese Aussage passt auch toll zum Muskateller-Salbei)

Salbei:” Wohl dem, der dieses gute Kraut, in seinem Garten angebaut. Denn Salbeiblätter Tee und Saft ganz kerngesunde Zähne schafft.”

In alten Kräuterbüchern wird gefragt:

Warum sollte ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?

Ein englisches Sprichwort sagt:

Eat sage in may and you’ll live for aye! (Iss Salbei im Mai und du wirst leben für immer und ewig!)

Blaue Blüten

sind relativ selten in der Natur zu finden und deshalb etwas Besonderes. Die für diesen Farbton verantwortlichen Farbstoffe aus der Gruppe der Anthocyane sollen sich mit der Temperatur verändern. Bei Kühle wirken blaue Blüten reiner und strahlender, bei Hitze nimmt der Rotanteil zu und die Farbe schlägt in Richtung Violett um und verblasst etwas. Die meisten blauen Blumen im Flachland tragen daher eher blauviolette Farbtöne.

Blau soll mit Abstand die beliebteste Farbe der Deutschen sein. Das kühle Blau steht für Freiheit, Ferne und Sehnsucht.  Und in welcher Vielfalt an Farbtönen kann es uns erfreuen! In der Epoche der Romantik galt die blaue Blume als Symbol für das Unerreichbare, einen Ort der Sehnsucht. In Sagen und Gedichten wird sie immer wieder als Motiv aufgegriffen und hat sich wohl nicht zuletzt deshalb in den Köpfen der Menschen als eine seltene Schönheit festgesetzt.

Ein passendes Gedicht vom Schriftsteller Joseph von Eichendorff:

Ich suche die blaue Blume,

Ich suche und finde sie nie,

Mir träumt, dass in der Blume

Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe

Durch Länder, Städt und Au’n,

Ob nirgends in der Runde

Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,

Hab lang gehofft, vertraut,

Doch ach, noch nirgends hab ich

Die blaue Blum geschaut.

KW 18: Sauerampfer

Fr-Sauerampfer2-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheMein Name ist sehr passend: Sauerampfer, denn ich schmecke sauer. Weitere Bezeichnungen sind: Salatampfer, Sauergras, Sauerknöterich, Säuerling und Sauerklee.

Bei dem Namen Sauerampfer handelt es sich um einen Pleonasmus (Häufung sinngleicher oder sinnähnlicher Wörter, wie z.B. weißer Schimmel), denn das Wort Ampfer leitet sich aus dem Germanischen ab und bedeutet scharf oder sauer. Somit heiße ich eigentlich „Sauer-sauer“, aber das macht ja nichts, denn Sauer macht ja bekanntlich lustig!

Meine lateinische Bezeichnung ist Rumex acetosa und ich gehöre zur Familie der Knöterichgewächse.

Ich bin in Mittel- und Westeuropa zuhause und breite mich schnell und flächendeckend aus. Mittlerweile kann man mich auch in anderen Regionen, wie den USA oder Vorderasien, finden. Am wohlsten fühle ich mich auf nährstoffreichen Wiesen und an Wegesrändern. Deshalb bin ich zurzeit oft zu sehen.

Meine Inhaltstoffe: u. a. Oxalsäure, Gerbstoffe, Vitamin C und Provitamin A.

Die Oxalsäure wurde erstmals 1769 im Sauerklee entdeckt. Diese heimische Pflanze weist einen relativ hohen Gehalt an Oxalsäure auf. Der wissenschaftliche Name Oxalis acetosella geht auf die oxalsauren Salze zurück (griech. oxys = sauer / halis = Salz / acetosellus = säuerlich). Unter der Bezeichnung „Kleesalz (Kaliumhydrogenoxalat)“ ist die Oxalsäure auch bekannt, da sie unter diesem Namen früher  als Fleckentfernungsmittel aber auch als Beiz- und Bleichmittel von Bedeutung war. Außerdem ist Kleesalz das Standartpoliermittel für Marmor.

Oxalsäure ist in höherer Konzentration gesundheitsschädlich, ist aber auch in geringeren Konzentrationen in anderen Lebensmitteln enthalten (z.B. Rhabarber, mit dem ich verwandt bin und in Schwarztee).

Oxalsäure kann mit Kalzium zu Kalziumoxalat reagieren. Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Veranlagung zu Nierensteinen sollten deshalb nur geringe Mengen Oxalsäure zu sich nehmen.

Meine glatten und länglichen Blätter sind abhängig vom Gehalt der Oxalsäure dunkelgrün bis rötlich gefärbt. Je mehr Oxalsäure eingelagert ist, umso rötlicher werden sie.

Wie bei Rhabarber gilt bei mir der 24. Juni als der letzte Erntetag. Ab diesem Datum nimmt die Konzentration der Oxalsäure, die mir den bitterlichen Geschmack verleiht, zu.

Sauerampferblatt-klein-e1588003084326-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheMeine Einzelblätter wachsen aus der Blattrosette am langen Stiel und haben charakterische Pfeilspitzen. Damit bin ich gut von anderen Pflanzen zu unterscheiden. Die Stängelblätter  sind dagegen sitzend am Stängel angebracht. Meine Blüten sind unscheinbar grünlich, leicht rot überlaufen und die späteren dreikantigen Früchte dann leuchtend rot.

Ich wirke leider giftig bei Pferden, vor allem aber bei Schafen, aber auch bei Rindern und Kühen.

Da ich als Vertreter der Ampfer-Arten auch in hohem Maß Vitamin C enthalte, war ich in der Vergangenheit auch ein Mittel gegen Skorbut. Diese Krankheit wird durch Vitamin-C-Mangel verursacht.

Deshalb nahmen Seefahrer auf ihren Reisen Sauerampfer als Nahrung zu sich, z.B. eingelegt, im Eintopf oder in der Suppe. Die antiken Griechen und Ägypter und später auch die Europäer des Mittelalters nahmen mich, um fettreiche, schwere Speisen besser zu verdauen zu können. Im Mittelalter hat man mir besonders auf den britischen Inseln eine fiebersenke Wirkung zugesprochen. Außerdem haben früher die auf dem Feld arbeitenden Bauern frische Sauerampferblätter gegen den Durst gegessen.

Sauerampferbl Te-II-klein1-e1588003201136-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheIn der Volksmedizin

nutzte man mich bei Appetitlosigkeit, Harnverhalten, zur Blutreinigung und bei Unterleibsbeschwerden.

“Wer ihn esset, der bekommet einen gesunden Magen und das bringet die Lust” heißt es in einem alten Kräuterbuch.

Pfarrer Kneipp schrieb über mich: “Sauerampfer ist nicht nur ein gutes Heilmittel, sondern auch eine vorzügliche Kost für Kranke, da er das Blut reinigt und verbessert”.

Hildegard von Bingen schrieb jedoch, dass ich den Menschen traurig mache und den Eingeweiden schade.

Maurice Mességue beschreibt mich als erfrischend, harntreibend, fiebersenkend, appetitanregend, blutreinigend und kräftigend. Er empfiehlt mich gegen alle Beschwerden des Harnsystems und des Verdauungstraktes. Äußerlich schätzt er mich gegen Hautleiden, wie Flechten, Akne und Abszesse.

In der Küche

werde ich auch gerne unter Spinat gemischt, da ich mich ähnlich zubereiten lasse und dem Gericht einen würzigeren Geschmack verleihe. Salaten, Suppen und Soßen gebe ich ein frisches, leicht säuerliches Aroma.

Im Frühjahr sollten Sie unbedingt mit mir mal eine Suppe kochen. Diese passt z.B. sehr gut in die Fastenzeit oder zu einer Frühlingskur. Am Gründonnerstag gehöre ich übrigens zwingend in die traditionelle Suppe. In Russland kocht man in der Saison gern eine Suppe mit Sauerampfer, Kartoffeln und Eiern, die auch Grüner Borschtsch genannt wird.

Sauerampferbl Te-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheMeine rötlichen Blütenstände sind als essbare Deko eine besondere Augenweide.

Ich gehöre auch in die typische Frankfurter Grüne Soße. Jedes Jahr feiert Frankfurt das Grüne Soße Festival und ich bin dabei einer der Ehrengäste. Leider wurde dieses Jahr der Termin  dank Corona auf Anfang Oktober verlegt. Was heißt denn aber in diesem Zusammenhang:  BKSKSPP? – Das ist keine neue Boyband, sondern sind die Anfangsbuchstaben der 7 Kräuter, die unbedingt in die Grüne Soße müssen: Borretsch, Kerbel, Schnittlauch, Kresse, Sauerampfer, Pimpinelle und Petersilie.

In der Kosmetik kann meine reinigende Wirkung mit einer Kompresse für fettige und unreine Haut nutzen. Dafür 1 Handvoll von mir mit 250 ml Wasser aufkochen und 5 Minuten leicht simmern lassen. Absieben und mit diesem Sud eine Stoffwindel o.ä. tränken und auf das zuvor gereinigte Gesicht auflegen. Einwirkzeit: 5 Minuten.

Joachim Ringelnatz hat ein Gedicht über mich geschrieben:

Arm Kräutchen

Ein Sauerampfer auf dem Damm

Stand zwischen Bahngeleisen,

Machte vor jedem D-Zug stramm,

Sah viele Menschen reisen

Und stand verstaubt und schluckte Qualm,

Schwindsüchtig und verloren,

Ein armes Kraut, ein schwacher Halm,

Mit Augen, Herz und Ohren.

Sah Züge schwinden, Züge nah‘n.

Der arme Sauerampfer

Sah Eisenbahn um Eisenbahn,

Sah niemals einen Dampfer.

Ein weiteres Gedicht kommt von Ewald Patz:

Rötlich färben sich die Wiesen

Wenn der Sauerampfer blüht

Und im Licht der Abendsonne

ein Flammenmeer erglüht

Lautlos sinkt die rote Sonne

In den weiten Wiesen dort

Ist am Horizont verschwunden

Und für ein paar Stunden fort

am nächsten Morgen taucht sie wieder auf und spendet Licht

erneut der rote Zauber Märchenhaft ins Auge sticht.

Und es gibt eine Komödie aus der DDR, in dem ich eine Rolle spiele: Karbid und Sauerampfer (1963, Laufzeit 81 Minuten).

Meine engen Verwandten: Der kleine Sauerampfer (Rumex acetosella), der ähnlich wie ich genutzt werden kann und unsere allseits ungeliebten großen Brüder: Krauser und stumpfblättriger Ampfer (Rumex crispus und Rumex obtusifolius), die selbst vom Vieh verschmäht werden und vom Bauern meistens als Unkraut, z.B. mit dem „Ampher-Wuzi“ bekämpft werden.

Zum Abschluss wieder ein passendes Rezept zum Genießen:

Gefüllte kleine Kräutertomaten:

12 kleine Tomaten, 1 kleine Handvoll gemischte Frühlingskräuter (Sauerampfer, Knoblauchsrauke, Wiesenschaumkraut, Giersch, Löwenzahn…), 200 g Schmand, 1-2 Frühlingsziwebeln, 1 Knoblauchzehe, Kelten-kräutersalz, Pfeffer, Zitronensaft, Honig.

Zwiebeln und Knoblauch hacken und zusammen mit den grob geschnittenen Kräutern im Schmand pürieren. Die Creme mit Zitronensaft, Kräutersalz, Pfeffer und eventuell Honig abschmecken, in die ausgehöhlten Tomaten füllen und diese auf Sauerampferblättern anrichten. Mit Frühlingsblüten garnieren und genießen.

KW 17: Spitzwegerich

Wegerich-1-II-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheWo immer Menschen mit weißer Hautfarbe gewandert sind, da findet Ihr auch mich, den Spitzwegerich, der „fürstliche Wegbegleiter“. Denn „rich bzw. rik“ heißt: Fürst, Herrscher. Die Indianer Nordamerikas nannten mich und ich glaube auch meinen Bruder, den Breitwegerich, „Fußstapfen des weißen Mannes“, weil sich unsere schleimhaltigen Samen mit ihrer klebrigen Außenschicht an Räder und Fußsohlen geheftet haben und wir uns deshalb auch in ihrem Land verbreiten konnten. Das griechische Wort „plantago“ heißt übersetzt „Fußsohle“ und weist auf die Verwendung meines Bruders und seiner Blätter bei Wanderungen hin; da schützen sie die Fußsohlen vor und bei Blasen.

Ich bin stolz auf meine Inhaltsstoffe:

Schleimstoffe, Aucubin – wirkt antibiotisch, Bitterstoffe, die appetit- und gallefördernd, mild abführend, gegen Blähungen und ausgleichend wirken, Kieselsäure, wirkt gewebsfestigend, Flavonoide, Vitamin C und Mineralstoffe.

Ich bin schon lange als große Hustenpflanze bekannt. Durch meine Inhaltsstoffe wirke ich schleimlösend, hustenreiz- und entzündungshemmend, antibakteriell, und werde bei Bronchitis, Husten (vor allem bei Kindern) und Asthma verwendet. Ein Spruch aus alter Zeit lautet:

„Iss Wegerich, spitz oder breit, so kriegst du

keinen Husten wenn es schneit.“

Tee-Rezepte:

Bei Husten kann ich als Tee zubereitet werden: Zur Reizmilderung ist ein Kaltauszug wirksam: 1 Teelöffel Kraut mit 1 Tasse kaltem Wasser ansetzten und 30 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und trinken. Zur Schleimlösung – bei Bronchitis – wirkt ein Infus besser: 1 Teelöffel Kraut mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen, 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und trinken.

Wegericht-4II-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheSehr gut und beliebt gerade bei Kindern ist auch der Erdkammern-Sirup, der wie folgt mit mir zubereitet wird:

Frische zerkleinerte Blätter werden im Wechsel mit Honig in ein gut zu verschließendes Glas geschichtet. Meine Blätter müssen zum Schluss vollständig mit Honig bedeckt sein. Danach wird das Glas fest verschlossen und in ein 50 cm tiefes Loch im Garten für 3 Monate eingegraben. In der Erde bei gleichbleibender Temperatur kann der Honig meine wertvollen Inhaltsstoffe besonders gut lösen und aufnehmen. Nach 3 Monaten den dünnflüssig gewordenen Honig abseien und bei Bedarf täglich 3 bis 5 Teelöffel einnehmen. Natürlich kann heutzutage für die Zubereitung auch der kühle Keller genutzt werden.

Ein passendes, tolles Gesicht über mich von Martina Wiemers:

„Ist müde mal der Wandersmann,

Spitzwegerich ihm helfen kann.

Leg seine Blätter in den Schuh,

dann fühlt der Fuß sich wohl im Nu.

Auch Wunden lässt er schneller heilen,

sollt dich ein Unglück mal ereilen.

Trink ihn als Tee, hast du mal Husten,

dann kannst gleich viel leichter  pusten.

Zwickt mal der Magen und der Darm,

hält er als Wickel diese warm.

Er lindert auch den Wespenstich,

der unscheinbare Wegerich

Wächst überall, auch an der Straße,

hilft selbst bei Warzen auf der Nase“

Ich bin ein Tausendsassa und kann noch viel mehr: Nutze mich zur Blutreinigung im Frühjahr, z.B. für eine Teekur oder als Grüngewürz an Salate, Soßen und Suppen, in wilden Smoothies, Quark, Kräuterbutter und anderen Brotaufstrichen.

Meine Blüten und Fruchtstände, aber auch die von meinem Bruder, dem Breitwegerich, schmecken leicht champignonartig. Man kann sie roh als Snack knabbern, über Salate geben oder süß-sauer als Kapernersatz einlegen. Bei meinem Bruder ist allerdings das Champignon-Aroma nicht so stark ausgeprägt, wie bei mir.

Unsere Samen schmecken nussig. Da sie sehr ölhaltig sind, kann man aus ihnen ein wertvolles Speiseöl pressen. Unter Survival-Experten gelten unsere Samen sogar als wichtige Notnahrung. In Wasser gelegt quellen meine Samen

ähnlich stark auf wie Chiasamen und Flohsamenschalen und weisen auch ganz ähnliche Wirkungen auf.

Wegerich-3-II-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheBei Wunden wirke ich zusammenziehend, antibakteriell, entzündungshemmend und wundheilungsfördernd, ich fördere die Selbstheilungskräfte.

„Wie mit Goldfäden näht der Wegerichsaft den klaffenden Riss zu, und wie an Gold sich nie Rost ansetzt, so flieht den Spitzwegerich jede Fäulnis und faules Fleisch.“ sagte schon Pfarrer Kneipp. Noch im 2. Weltkrieg behandelten Ärzte mangels Antibiotika infizierte Wunden mit Zubereitungen von mir.

Da mein Saft gemäß der Volksheilkunde selbst auf frische, blutende Wunden aufgebracht werden kann, man nennt mich deshalb auch „Jodtinktur der Wiesen und Felder“. Bei Insektenstichen, leichten Verbrennungen, Sonnenbrand und juckenden Hautveränderungen wirke ich schmerzstillend, juckreiz- und entzündungshemmend. Dazu werden meine Blätter in der Handfläche zerrieben, bis der grüne Pflanzensaft austritt – dieser kann vorsichtig auf die Wunde getupft werden.

Es kann auch ein Tee mit mir zubereitet werden. Tauche nach 10 Minuten Ziehzeit ein Leintuch darin ein, wringe es aus und lege es als Umschlag an..

Wann ist meine beste Erntezeit?   -

Nun man kann mich den ganzen Sommer über sammeln. Besonders wirksam bin ich jedoch kurz vor der Blüte.

Früher hieß es Spitzwegerich ist das Heilkraut für  Männer, der Breitwegerich ist für Frauen besonders heilkräftig.

Hier noch ein Gedicht in Mundart von Christl Fischer:.

„Der Wegerich mal spitz, mal breit

Er wachst auf jeder guaten Wiesen,

wo Gras und Bleamal richtig sprießen,

bloß mag er ned recht Sumpf und Moor,

denn trockne Böden ziagt er vor.

Der Wegerich, ob spitz, ob breit,

is hochgeschätzt seit alter Zeit

ois Heilpflanzen und Medizin

für außen und für innadrin.

Für wehe Füaß, de arg zerschunden,

auf alle schmerzhaft bösen Wunden

zerquetschte Blattl drüberlegen,

so bringt der Wegerich vui Segen.

Spitzwegerichsaft, eikocht, dick,

wia Sirup auf den ersten Blick,

der wirkt ois Medizin ganz herrlich,

bei starkem Huasten unentbehrlich.“

Im alten Neunkräutersegen (oder -zauber), der wohl bereits 800 oder 900 nach Christi auf altenglisch verfasst wurde, tauche ich übrigens auch auf:

„Und du, Wegerich, der Kräuter Mutter,

nach Osten geöffnet, im Innern mächtig;

über dir knarrten Wagen, über dir weinten Frauen,

über dir schrieen Bräute, über dir schnaubten Stiere.

Allen hast du widerstanden, und dich widersetzt;

ebenso widerstehe dem Gift und der Ansteckung

und dem Übel, das über Land fährt.“

Und zum Schluss ein Rezept: Wildkräuterbutter

125 g  Butter, 125 g Frischkäse, Kräutersalz, Pfeffer, etwas geriebene Zitronenschale, Je 5 Blätter vom Spitzwegerich, Bärlauch, Gänseblümchen, Giersch, je 3 Blätter von Schafgarbe, etwas wilder Schnittlauch. Zum Verzieren Blüten vom Löwenzahn, Gänseblümchen, Bärlauch.

Alle Kräuter klein schneiden und mit der weichen Butter, dem Frischkäse und den Gewürzen mischen. Die Wildkräuterbutter mindestens 1 Stunde durchziehen lassen und vor dem Servieren mit Blüten verzieren.

KW 16: Wiesen-Schaumkraut

Wiesenschaumkraut2-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheJetzt im April, verleihe ich Wiesen eine schöne zartrosa Schaumkrone und bekomme dadurch auch jede Menge Aufmerksamkeit. – Wer ich bin? – Nun mein Name leitet sich von genau dieser Aussage ab, ich bin das Wiesen-Schaumkraut, lateinisch: Cardamine pratensis.

An meinen Stängeln und Blättern findet man recht häufig kleine Schaumnester – den sogenannten “Kuckucksspeichel”. Dieser Schaum wird erzeugt von den Larven der Schaumzikade.

Die Larven dieser Zikaden pumpen aus der Atemhöhle Luftbläschen in eine eiweißhaltige Flüssigkeit. Diese scheiden sie aus ihrem After aus. Dieser Schaum erhält die für die Weiterentwicklung nötige Feuchtigkeit und Temperatur, schützt aber auch die darin sitzende Larve vor Feinden.

Im Frühjahr begegnet man diesem Erscheinungsbild des Öfteren. Der Volksmund spricht auch von „Kuckucksspeichel“ oder „Hexenspucke“, daher die volkstümliche Bezeichnung „Kuckucksblume“.

Für die Raupen des Aurorafalters bin ich eine der wichtigsten Futterpflanzen. Die Falter legen ihre Eier an der Blattunterseite ab. Auch die Falter nutzen meine Blüten als Nektarquelle.

Ich besitze während meiner Blütezeit von April bis Mai 4 zartlilafarbene Blütenblätter und gehöre deshalb zur Familie der Kreuzblütengewächse. Meine Blüten wachsen in Trauben und haben jeweils ebenso vier Kelchblätter. Davon sind 2 sackartig nach unten verlängert und dienen als Honigbehälter. Nach meiner Blüte entwickelt sich der Griffel zu einer langen, schmalen Schote, die durch eine Scheidewand in zwei Fächer aufgeteilt wird. In jedem Fach bilden sich kleine Samen. Das sieht auch wie bei einer Erbse, ist nur viel kleiner.

Wiesenschaumkraut-Rosette-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheMeine grundständigen Blätter bilden eine Rosette und sehen durch ihre rundlichen Einzelblättchen anders aus, als die Stängelblättchen. Diese sind schmal, länglich und ganzrandig.

Mein Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis zur arktischen Klimazone in Nordasien und Nordamerika, dadurch zähle ich zu den häufigen mitteleuropäischen Pflanzen.

Meine wichtigsten Inhaltsstoffe sind Ätherische Öle (Senföl),  Bitterstoffe, Glucosinolate, Glykoside, Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Schwefel), Spurenelemente (Eisen) und Vitamine (Vitamin C).

Mein Tee wird in der Volksmedizin gegen Rheuma und andere Schmerzzustände verwendet. Die Heilwirkungen beruhen vor allem auf dem enthaltenen Vitamin C sowie den Senfölglykosiden, die insbesondere auf Niere und Leber anregend wirken.

Teebereitung: 2 TL Kraut – mit 1/4 l heißem Wasser übergießen – nach 10 Min. abseihen. Tägl. mehrere Tassen (warm) trinken.

Hier kommt ein schönes Gedicht über mich, auf das ich besonders stolz bin:

“Die Wiese schäumt! Nein, nicht vor Wut, es geht ihr ganz besonders gut!

Der Lenz ist da, hat sie geküsst, als ob er sie beschenken müsst,

hat er sie lila eingeschäumt, davon hat sie schon lang geträumt.

Sie räkelt sich im zarten Kleid, doch ziert’s sie nur für kurze Zeit.

Nun, nächstes Jahr zieht – Gottseidank- ein Neues sie aus ihrem Schrank,

und kleidet sich behänd, in zartem Lila, wie man’s kennt.

Es protzt nicht grad, das feine Kleid, durchscheinend, schmal, nicht extra weit,

ist dieser Stoff von guter Qualität, sonders für die Fastenzeit-Diät.

Heilsames gar, man glaubt es kaum, birgt in sich diesem Wiesenschaum:

Frühjahrsmüde macht er fit, bringt Anregung für Leber, Nieren mit,

Reinigt auch das Blut nach dem Verzehr recht gut.

Obwohl so zart das Kleid der Cardamine, trägt es darinnen Vitamine.

Mineralien, Eisen, Senfölglycoside in diesen Zeiten Abwehrkräfte dienen.

So ist der frühe Wiesenkuss ein absoluter Hochgenuss.

Drum möchtest Du ihn nutzen und täglich im Salat verputzen.

Der Schöpfer hat für dies Geschenk gedacht, dass er der Wiese Frühjahrs-Freuden macht.

Womöglich hat er gar geträumt? Sah schon, wie diese Wiese schäumt,

wohlwissend s’ist ja nicht vor Wut, -

Denn…Es geht der Wiese ganz besonders gut. (Marianne Knörr-Groß)

Ich habe eine Verwandte, die viele leider gar nicht gern in ihren Beeten sehe: Das Garten-Schaumkraut (lat. Cardamine hirsuta). Man nennt es auch Behaartes Schaumkraut durch die Behaarung der Blättchen. Die zarten, kleinen Blüten sind weiß.  Die ehemals seltene Art hat sich zwischen etwa 1975 und 1985 in wintermilden Lagen in Deutschland fast explosionsartig ausgebreitet. Es wurde wahrscheinlich über Baumschulen und Gärtnereien eingeschleppt uns ist heutzutage in ganz Europa verbreitet. Die sich aus den Blüten bildenden Schoten können bis zu 2 cm lang werden und stehen aufrecht. Sind sie reif, so springen sie bei Berührung auf und verteilen dadurch den Samen im gesamten Umkreis.

Seine Inhaltsstoffe: ein hoher Gehalt an Vitamin C, Bitterstoffen und Senfölglykosiden

Wirkungsweise:  Dem Behaarten-Schaumkraut wird eine blutreinigende, harntreibende, verdauungs- und durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Durch die Senfglykoside und zahlreichen Bitterstoffe werden Leber und Gallentätigkeit angeregt. Die Pflanzen wirken krampflösend und verdauungsfördernd und werden auch oft bei rheumatischen Beschwerden, Husten und Asthma eingesetzt. In der Volksmedizin Verwendung als Blutreinigungsmittel bzw. homöopathisch bei Magenkrämpfen.

Als Nährpflanze: Das Behaarte Schaumkraut kann als Salat beziehungsweise als Salatgewürz mit leicht scharf-bitterem Geschmack genutzt werden

Zum Abschluss hier ein schönes Märchen über mich, das Wiesen-Schaumkraut:

Wiesenschaumkraut-2-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheVon einem himmlischen Durcheinander und von „Schäumen“ und Träumen (von Anita Buchriegler)

Im Himmel war die Hölle los. Die Wolkenreiter jagten kreuz und quer übers Firmament, die Blitze spielten Zielschießen, das Mondkalb ist, nachdem es in großen Sprüngen herumgehopst ist, ratz fatz über die Milchstraße hinunter gerutscht, durch die Himmelspforte gepurzelt und schlussendlich mit einem herzhaften Plumps in Petrus‘ großem Regenfass gelandet, das natürlich umgekippt ist und alles überschwemmt hat. Zu allem Unglück kam noch ein blubbernder Schaumteppich hinzu. Denn auch die große Schachtel mit dem Putzzeug, das die Englein jeden Morgen brauchen, um die Sternenkinder nach der langen Nacht wieder blitzeblank zu polieren, bevor sie sie schlafen legen – auch die war umgekippt, sodass sich der ganze Inhalt in die Wasserlachen aus dem großen Regenfass ergossen hatte. Und wer war Schuld an dem ganzen Schlamassel? Natürlich wieder mal das kleine Engelchen Flocke und sein Freund – das Bengelchen Stups, dessen Flügel eh schon jeden Tag ein weiteres Stückerl schrumpften. „Huuuuuhhh“, heulte Flocke verzweifelt. „Sieh nur deine Flügelstümpfchen an! Jetzt sind sie bald ganz weg und dann fliegst du raus aus dem Himmel, Huuuhhh! Du weißt doch was Petrus gesagt hat. Dann geht es ab mit dir in die Hölle, wo die Teufelsgroßmutter schon auf dich wartet. Huuuhhhh. Was sollen wir bloß machen!“ Noch bevor Stups antworten konnte, wurden die beiden von Petrus‘ schweren Schritten unterbrochen. Erzürnt zog er die kleinen Lauser an den Ohren hinter ihrem Versteck – einem großen Wolkenhaufen, den ihre Freunde aus dem Wolkenkindergarten blitzschnell geformt hatten – hervor.

Was habt ihr denn jetzt schon wieder angestellt? Ihr habt ja den ganzen Himmel in pures Chaos verwandelt! Seht euch diese Unordnung an! Überall rinnen Wasser und Schaum herum, mein großes Regenfass ist so leer, dass die Menschen dort unten nicht wissen wohin mit dem vielen Regen – dafür werden sie bald eine Dürre ertragen müssen, die sich gewaschen hat! Die Sternenkinder sind putzmunter und wieder voller Sternenstaub und bis wir Blitze, Wolkenreiter und das Mondkalb eingefangen haben, wird es noch eine Weile dauern – ganz zu schweigen von der Milchstraße! Das Mondkalb hat bei seiner Rutschpartie eine breite Spur gezogen. Die Sternenforscher auf der Erde sind völlig aus dem Häuschen. Die glauben der Weltuntergang stünde bevor. Da heißt es schnell mit einem großen Flederwisch drüber kehren und den Schaden wiedergutmachen. Wie habt ihr das alles bloß fertig gebracht? Mit hängenden Flügeln und tränennassen Gesichtern, beichteten die beiden Unglücksraben von der Wette die Stups vorgeschlagen hatte: Er wollte wissen, wer der schnellste hier im Himmel ist und hat mit Mondkalb, Blitzkindern und den Wolkenreitern ein Wettrennen veranstaltet. Vor lauter Spaß und Übermut ist die Sache dann allerdings etwas aus dem Ruder geraten.

„Diesmal bist du wohl zu weit gegangen, Stups!“, mahnte Petrus mit ernst erhobenem Zeigefinger. „Sieh nur, deine Flügel sind kaum mehr zu sehen! Du hast nur mehr klitzekleine Stümpfchen dran! Und der große Krampus da unten, macht sich auch schon bereit um dich abzuholen. Das einzige was dich jetzt noch retten kann, wäre eine gute Tat. Ob du die allerdings so schnell vollbringen kannst bezweifle ich, denn das Christkind ist schon auf dem Weg hierher um sich die Sache anzusehen. Bis es soweit ist, könnt ihr zwei euch jedenfalls nützlich machen und den Himmel wieder in Ordnung bringen. Denn der Frühjahrsputz war ja eigentlich gerade erst abgeschlossen.

Flocke und Stups machten sich traurig an die Arbeit. Sie kehrten die großen Schaumpfützen über den Wolkenrand hinunter, sodass alles auf die Erde triefte, putzten die Sternenkinder, um sie wieder ins Bett zu bringen und taten ihr Bestes um alles nach bestem Wissen und Gewissen in Ordnung zu bringen. Vielleicht würde das Christkind dann doch noch einmal ein Auge zudrücken. Just in dem Moment, als sie fertig waren, ertönten die himmlischen Posaunen und das Christkind erschien mit Petrus im Schlepptau.

„Kommt einmal mit, ihre drei, ich will euch etwas zeigen!“, sprach das himmlische Kind und machte sich auf in Richtung Himmelspforte. Als sie sich vor der goldenen Himmelstür über den Wolkenrand beugten und auf die Erde hinunterspähten, konnten sie ihren Augen kaum trauen. Dort wo noch vor kurzem die saftig-grünen Frühlingswiesen sprießten, war jetzt lauter blasslila Schaum zu sehen. „Potz Blitz! Was habt ihre denn nun schon wieder ange…!“, wollte Petrus weiterschimpfen, wurde dann aber vom Christkind unterbrochen.

„Es sind nur Blumen, Petrus!“, sprach das himmlische Kind mit sanfter, glockenheller Stimme. „Der Schaum, den ihr auf die Erde gekehrt habt, hat sich durch euer Bemühen in Blumen verwandelt. Was meint ihr, wie sollen wir sie nennen?“ „Wiesenschaumkraut“, hauchte Flocke ehrfurchtsvoll. „Ja, nennen wir es Wiesenschaumkraut. Es sieht einfach wundervoll aus!” stimmte auch Stups überwältigt mit ein. „Wiesenschaumkraut… Ja, dieser Name gefällt auch mir”, freute sich das Christkind. „Aber der Name ist nicht das einzige Wunderbare an eurer Pflanze. Dieser wunderschöne Schaumteppich wird künftig auch den größten Zweiflern fröhliche Frühlingslaune ins Herz zaubern. Durch seinen kresseartigen Geschmack und seinen hohen Vitamin-C Gehalt wird es den Menschen außerdem ein gesundes Frühlingsmahl sein!“

„Guck mal, Stups, deine Flügel sind gewachsen!“, jauchzte Flocke plötzlich voller Freude. Ich glaube jetzt kannst du sogar richtig fliegen – genau wie ein richtiger großer Engel. Da fiel Stups dem Christkind um den Hals und flüsterte: „Danke du liebes Christkind! Ich verspreche dir, ab jetzt werde ich ein richtiges Engerl sein!“ Und was war das? Ein kleines schwarzes etwas, das wie ein B geformt war, kullerte über den Wolkenrand und plumpste schnurstracks in die Hölle hinunter – geradewegs in Teufelsgroßmutters großen Suppentopf hinein.

Und- nicht zu vergessen ein passendes Rezept:

Wiesenschaumkrautbutter

250 g Butter mit 1 Handvoll frischem, klein geschnittenem Wiesenschaumkraut und 1 EL Zitronensaft verrühren, mit Salz und Pfeffer (rosa Pfefferkörner wirken besonders dekorativ) abschmecken.

KW 15: Veilchen

Veilchenbl Te-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der Woche

Ich bin das herzige Veilchen und besitze eine eigene Pflanzenfamilie: Die Veilchengewächse. Meine 5 Blütenblätter sind in einem so wunderschönen Blauton, dass diese Farbnuance nach mir benannt wurde: Veilchenblau oder auch Violett. Was ich ganz toll finde: mit diesem Namen wurde übrigens auch eine wunderschöne, nicht stechende Kletterrose benannt. Im Gegensatz dazu nennt man mich manchmal auch Blauröschen. Auch als Frauenname wurde und wird mein lateinischer Name Viola geschätzt. In Amerika gibt es übrigens eine ganze Reihe von Wohnorten, die Viola heißen.

Ich bin klein, zu mir muss man sich herablassen. Ich komme nicht zu Euch hinauf. – Denn ich bin zurückhaltend, bescheiden, demütig. Fast so, als schäme ich mich für meinen großartigen Duft und meine zarte Schönheit.

Diese Bedeutung kennt wohl jeder, denn wer hat nicht einen dieser Sprüche in seinem Poesiealbum stehen:

Sei wie das Veilchen im Moose,

bescheiden, sittsam und rein

und nicht wie die stolze Rose,

die immer bewundert will sein.

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Ein Häuschen aus Rosen,

aus Veilchen die Tür.

Ein Herz voller Liebe,

das wünsch ich dir!

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So bescheiden wie die Veilchen im Grase stehn,

so bescheiden sollst du durchs Leben gehn.

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Meine Symbole sind also Bescheidenheit, Demut, Jungfräulichkeit, Frühling, Hoffnung, Treue und Liebe.

Winston Churchill (1874-1965) begründete seine Vorliebe für mich damit, daß ich seine Bescheidenheit symbolisierte.

Veilchen-II-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheGärtner würden das vielleicht nicht unbedingt unterschreiben, denn ich bin sehr zäh, setze mich sogar im Rasen durch und verbreite mich schon sehr. Dabei lass ich mir wie andere Frühlingsblüher durch Ameisen helfen, die meine Samen verteilen. An schattigen Standorten fühle mich in ganz Europa am Wohlsten!

Es gibt aber viele Dinge auf die ich besonders stolz bin:

Ein Fussballverein aus Florenz spielt mit violetten Trikots. Es wird vermutet, dass die Vereinsfarben der Fiorentina per Zufall entstanden sind. Die ursprünglich weiß-roten Trikots verfärbten sich – nach einer Legende – violett, nachdem sie in einem Fluss gewaschen worden waren.

Nach einer Legende wuchs ich übrigens erstmals an der Stelle, wo der Sänger Orpheus seine Laute niedergelegt hatte.

So kam es zu einem Zusammenhang mit dem Namen von Musikinstrumenten, wie z.B. Violine für Geige.

Die Alternativbezeichnung der Bratsche ist Viola.

Ich habe auch einen Bezug zur närrischen Zeit, denn nicht nur im Gladbacher Karneval nennt man den Faschingsdienstag auch Veilchen-Dienstag.

Ich passe auch hervorragend nach Bischweier, denn eine knorpelige Süßkirsche trägt meinen Namen.

Auch der berühmte Heinz Ehrhardt hat mich wohl in einem kurzen Gedicht verewigt:

“Auf der Wiese steht ein Veilchen,

kommt `ne Kuh und grast ein Weilchen. Armes Veilchen! – Aus.”

In Europa wurde ich um 1900, und ganz besonders im viktorianischen England, eine Zeitlang zur Modepflanze. Veilchensträuße dekorierten angeblich das Knopfloch fast jedes Büroangestellten. Dann kam ich ein wenig aus der Mode, aber nicht ganz, denn Robert Stolz schrieb Anfang des 19. Jahrhunderts folgendes Lied, das zu einem zweiteiligen Singspiel gehört:

Wenn die kleinen Veilchen blühen

bin ich wieder bei dir – bei dir

und wenn die Schwalben nachhause ziehen

dann klopf ich leis an deine Tür

Wenn die kleinen Veilchen blühen

wie ein blaues Gesicht – so licht

und schimmert wieder der weiße Flieder

dann bin ich wieder bei dir.

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Ich habe als Liebespflanze eine lange Tradition.

Die Griechen besaßen angeblich eigene Veilchengärtchen und nannten mich “Blume der Liebe”.

Während ich in früheren Zeiten  als Symbol für Reinheit, Unschuld und Demut galt, wurde ich im Mittelalter zum häufig gebrauchten Liebesboten. – Und die Botschaft lautete:

“Nichts ist süßer, als die verborgene Liebe”.

Zum heutigen Valentinstag passt diese romantische Geschichte:

In Frankreich soll es im 19. Jahrhundert einen Mann gegeben haben, der eigens einen Veilchengarten anlegte, um seiner Geliebten jeden Tag einen Veilchenstrauß zukommen lassen zu können – und das 30 Jahre lang.

Veilchenduft wirkt verführerisch! Das wusste schon der Gott Vulcanus. Er hatte sich über alle Maßen in Venus verliebt, die ihn aber wegen seiner hässlichen Gestalt abwehrte. Da griff der vor Liebesqualen geplagte Gott zu einer List. Er rieb sich den ganzen Körper mit Veilchen ein und erschien so bei seiner abweisenden Geliebten. Betört ließ sich Venus auf ein Liebespiel ein.

Mein Duft soll in heiklen Situationen für einen klaren Kopf sorgen; In der Aromatherapie soll er Aggressionen dämpfen und schlaffördernd wirken.

Auch Lale Andersen hat über mich gesungen:

Kleiner Strauss aus Veilchen

Am himmelblauen Kleidchen,

Nur du bist schuld daran,

Dass eine Liebe begann.

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Jedes Jahr kündige ich immer wieder gern den kommenden Frühling an:

Eine griechische Sage berichtet, daß, wenn die Frühlingsgöttin Persephone wieder aus der Unterwelt emporsteigt, um die Fluren neu zu beleben, unter ihren Schritten Veilchen aufblühen. Deshalb bedachte man die Frühlingsgöttin früher mit Veilchenkörben.

Heute noch werden zu ihrem Andenken in der Bretagne am Karfreitag Veilchen ausgesät, um mit diesem Osterbrauch den Frühling herbeizulocken.

Aber ich bin nicht nur schön und betörend, ich bin auch gesund und heilend und vor allem wohlschmeckend! -

Bin ganz zart und weich und doch so stark. Meine Blätter und Blüten lindern Husten, Heiserkeit und Bronchitis. Zwei oder drei Löffel Veilchensirup eingenommen, sollten schon früher die brennende Hitze von Fieber löschen, Ruhe und Schlaf bringen, die Brust lösen und besonders den Kindern gegen den Husten dienen.

Gerade meine ersten Brüder und Schwester im Frühjahr sollen besondere Heilkraft haben. Wahrscheinlich geht darauf auch das Veilchenfest zurück, das unter dem Herzog Leopold VI. (1198-1230) entstanden sein soll: Wer das erste Veilchen in den Donauauen fand, bedeckte es mit seinem Hut und verständigte den Herzog, der mit dem ganzen Hofstaat und Musikanten auszog, dieses Veilchen zu begrüßen. Die Leute tanzten im Kreis um den Hut und sangen ein Frühlingslied dazu.

Hierzu auch zwei  passende Gedichte:

Wenn gen Nord‘ die Gänse ziehen

Werden bald die Veilchen blühen.

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Kahl sind noch die Wegesränder

Langsam sprießt das erste Grün

Und dazwischen kleine Veilchen

Seht am Wegrand sie erblühn

Frühlingsboten sind sie wieder

Blühn sie erst so ist er nah

Winter ist davon gezogen

Schnee und Eis sind nicht mehr da

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Veilchenbrote-klein-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheFrüher wurde ich noch viel mehr in der Küche genutzt.

Meine Blüten geben Farbe ab und sind hübsch anzusehen, deshalb werde ich sowohl als Farbgeber (z.B. für Essig und Likör), wie auch als Gewürz verwendet.  Die Römer würzten mit mir Geflügel, in England wurden Fleisch und Salate mit mir verziert. Die Verwendung zu Marmeladen und Säften war früher weit verbreitet.

König Karl II schätzte in seiner Kindheit die Halspastillen, die aus Veilchenblütensirup angefertigt wurden.

Bleiben wir bei den gekrönten Häuptern:

Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sissi, (1837-1898) schwärmte für Veilchen-Sorbet und kandierte Veilchen.

Den Vogel schoss allerdings Kaiser Nero (37-68 n. Chr.) ab! Er ließ durch Staffettenläufer Gletschereis aus den Alpen nach Rom bringen und mischte dies mit Veilchenblüten. Doch wehe, wer nur mit geschmolzenem Eis zurück kam – der war ein toter Mann.

Die Veilchenwurzel ist eine altbewährte Zahnhilfe für Babys. Hier handelt es sich allerdings nicht um meine Wurzel, sondern um das Rhizom der Schwertlilie. Diese Beißwurzel enthält schmerzlindernde Inhaltsstoffe, die freigesetzt werden, wenn das Baby darauf herumkaut. Bei Zahnungsbeschwerden empfehlen daher noch viele Hebammen Veilchenwurzeln.

Das Wort Veilchen hat aber noch eine ganz andere Bedeutung, die auch wohl jeder kennt:

Das blaue Veilchen am Auge!

Das Veilchen blau, fast nicht erkannt

steht einsam dort am Wegesrand

Es steht dort wo es hingehört

nicht im Gesicht wo es nur stört.

Hierzu gibt es ein Lied von Heinz Ehrhardt:

Linkes Auge blau, rechtes Auge blau

Und das alles wegen einer einz‘gen Frau.

Zum Abschluss noch ein Rezept für einen

Schlüsselblumen-Veilchen-Hustentee

20 g Schlüsselblumen mit Kelch, 10 g Veilchenblüten, 20 g Gänseblümchenblüten, 20 g Spitzwegerichblätter und 30 g Fenchelsamen, frisch gemörsert, vermengen.

1 El dieser Mischung mit ¼ l Kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Wenn er etwas abgekühlt ist Honig hinzugeben und so heiß wie möglich trinken.

KW 14: LöwenzahnL Wenzahn-24-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der Woche

Ja, ich bin der Löwenzahn, ein Kind der Korbblütler-Familie und besitze in meiner buttergelben Scheinblüte viele kleine einzelne Zungenblüten.

Jedes Kind kennt mich. Im Frühling verwandele ich die Wiesen in ein Meer mit gelben Schaumkronen. Die Bienen lieben meine frühen Blüten und stürzen sich mit Begeisterung auf meinen süßen Nektar.

Nach dem Verblühen bin ich dann auch sehr großzügig mit meinen vielen kleinen puscheligen Kindern und schicke sie stets liebevoll in Eure gepflegten Gärten, damit dort auch wilde Kräuter wachsen und nicht nur diese kultivierten, edlen und hochgezüchteten Geschöpfe.

Jetzt möchte ich aber Euch aber noch unbedingt davon überzeugen was für eine wertvolle Wildpflanze ich bin!

Seit dem Mittelalter haben mich viele Kräuterkundige hoch geschätzt. So wurde ich bei Leber- und Gallenleiden, bei Gicht, Rheuma, Diabetes und sogar bei Augenleiden und Ekzemen empfohlen.

Heute wird hauptsächlich meine stoffwechselanregende Wirkung in Frühjahrs- und Blutreinigungskuren geschätzt. Also denkt jetzt im beginnenden Frühjahr an mich und meine tollen Inhaltsstoffe.

Sie können Euch helfen, die Frühjahrsmüdigkeit zu überwinden und Euch auch beim Abspecken unterstützen.

Im Garten werde ich dagegen fast immer heftig bekämpft. Och…

Dagegen wehre ich mich jedesmal heftig. Bleibt beim Jäten auch nur ein klitzekleiner Rest Wurzel in der Erde, zeige ich meinen starken Überlebenswillen und treibe schon bald wieder neu aus. In der Küche bin ich so vielfältig verwendbar – wenn ich schon als “Un-kraut” gejätet werde, dann – werft mich bitte nicht weg, sondern esst mich auf!

Ich werde so wenig geschätzt und bin deswegen manchmal ganz traurig! – Ohhhhhh…

Darüber wurde sogar ein Gedicht geschrieben:

Armer gelber Löwenzahn,

wirst als Unkraut abgetan,

wärst Du rar wie Orchideen,

fänd Dich jeder wunderschön!

Aber kommen wir zu einem anderen Thema:

Kaum einer anderen Pflanze hat man so viele Namen gegeben, wie mir, z.B.:

Milchblume, wegen meines weißen Pflanzensaftes

Butterblume, wegen meiner Blütenfarbe

Kuhblume, Saublume und Hahnenspeck, weil mich das liebe Vieh besonders lecker findet

Pissblume oder Bettnässer, wegen meiner harntreibenden Wirkung,

die Franzosen sagen Pissenlit zu mir (das hört sich halt schöner an – meint aber dasselbe)!

Ringelstöckchen, da sich mein Stängel, wenn man ihn längs aufschneidet und in Wasser taucht so schön ringelt.

Aber wie bin ich zu meinem Namen Löwenzahn gekommen? –

Dazu folgende kleine Geschichte:

Es begab sich einmal vor langer Zeit, im heißen Land Afrika, dass direkt vor dem König der Tiere, dem Löwen, ein kleiner Fallschirm landete.
Nun ist es aber so, das wissen wir alle, dass sich große Tiere nicht um so kleine Dinge kümmern.
Und deshalb schaute der König der Tiere den Fallschirm nicht einmal an.
Am Fallschirm hing ein Samen. Und dieser fiel lautlos in den gelben Wüstensand.
Zur selben Zeit begann es zu regnen. Das kommt in der Wüste sehr selten vor.
Und weil der Samen nun Wasser bekam, begann er zu keimen und es wuchs daraus eine wunderschöne gelbe Blume.
Jetzt freute sich König Löwe: In seinem Reich blühte eine Blume,
die so gelb wie die Sonne am Himmel war!
Jeden Tag roch der Löwe daran, obwohl sie gar nicht so gut duftete.
Doch wie staunte er, als eines Morgens die gelbe Blume verschwunden war.
Stattdessen sah der Löwe eine weiße Seifenblase auf dem Blumenstängel.
“Ob die vielleicht riecht?”, überlegte er.
Und schon steckte der König der Tiere seine Nase hinein. Ach, wie das kitzelte! Der Löwe musste niesen.
Und wenn ein Löwenkönig niest, dann ist das etwas ganz Gewaltiges.
Haaa-haaa-haatschiiii!
Der Löwe riss beim Niesen sein Maul weit auf und es brach ein richtiger Sturm los.
So ein Sturm, dass die weiße „Seifenblase“ in tausend Stücke zersprang. Das heißt: Sie zerfiel in viele kleine Fallschirme.
Die wurden von dem gewaltigen Löwenniesen hoch in die Luft gewirbelt.
Gerade in diesem Augenblick kam ein Fuchs des Weges.
Der hatte an diesem Tag seine Brille zu Hause vergessen.
Und deshalb konnte er nicht genau erkennen, was da bei dem Löwen passierte.
Weil er aber ein altes Plappermaul war, erzählte er allen Tieren, die ihm begegneten, folgende Geschichte:
“Dem König der Tiere sind alle Zähne aus dem Maul gefallen!
Ich hab es mit eigenen Augen gesehen!”
Natürlich hörte eines Tages auch der Löwe von dieser Lügengeschichte.
Aber wie schon gesagt: Große Tiere kümmern sich nicht um kleine
Dinge und auch nicht um kleine Geschichten.
König Löwe hat nur gebrummt, der Fuchs könnte ja vorbei kommen, wenn er keine Angst hätte…
Seitdem aber werde ich, da ich meinen Samen mit Fallschirmen in die große weite Welt hinausschicke, Löwenzahn genannt!

Hierzu gibt es auch ein Gedicht:

Meinen Namen Löwenzahn
sieht man mir ganz deutlich an.
Blätter spitz wie Löwenzähne
und dazu die gelbe Mähne.

Ich bin wie ein Löwe stark.
Wachs auf Wiesen und im Park,
blüh im Garten ungebeten,
man versucht mich auszujäten.

Aber sie sind alle dumm,
denn so schnell bringt mich nichts um.
Wachs am Wegrand und auf Rasen,
meine Schirmchen kann man blasen.
Schweben dann wie Federn nieder,
und im Frühjahr wachs ich wieder.

Welche Inhaltsstoffe besitze ich denn, die so wertvoll für Euch sind?

Nun, meine Blüten enthalten viel Vitamin und Magnesium, aber auch Calzium, Phosphor und Mangan. In den grünen Blütenteilen ist mehr Eisen enthalten. Außerdem liefern meine Blüten Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A.

Meine Blätter enthalten viel Natrium und Kalium (deshalb auch die harntreibende Wirkung), Bitterstoffe (wirken verdauungsfördernd), auch Vitamin C und B-Vitamine, sowie Kalzium.

Der Bitterstoff Taraxacin ist hauptsächlich in meiner Wurzel und älteren Blättern enthalten. Er fördert die Produktion der Verdauungssäfte.

In der Küche kann man mich sehr vielfältig verwenden. Aus meinen frischen Blättern kann man einen vitaminreichen, belebenden, wenn auch bitteren Salat bereiten. Oder meine Blätter als Gemüse einsetzen, z.B. wie Spinat kochen oder zu Kräutersuppen, Kräutersoßen, Kräuterbutter und Dips gebrauchen. Meine Knospen eignen sich ebenfalls als Gemüse und schmecken toll in Butter gebraten oder unter Rührei gemischt. Aus meinen Blüten kann man einen leckeren Löwenzahnhonig oder –sirup herstellen. Aus meinen Wurzeln lässt sich ein gesunder und nach Bohnenkaffee schmeckender Kaffeeersatz bereiten. –

Also lasst Eurer Kreativität freien Lauf und kocht Gerichte aus mir und mit mir. Es soll nicht Euer Schaden sein!

Meine Blüten schließen und öffnen sich, je nach Tageszeit und Witterung. Nach mehreren Tagen Blütezeit sind sie verblüht und meine Hüllblätter schließen sich ein letztes Mal. Von außen sieht es so aus, als ob ich schlafe, aber im inneren passiert so viel: Nach einigen Tagen öffnen sich meine Hüllblätter noch einmal und heraus kommt eine weiße, kuschelige Wunderkugel! Die Pusteblume! Alle meine kleinen gelben Blüten haben sich in Früchte mit haarigen Flugschirmen verwandelt. Der Wind trägt sie mit sich fort und so heißen sie Schirmflieger.

Sind alle fortgeflogen, ist jedem klar, dass man für mich in manchen Gegenden noch Namen, wie Mönchkopf, Pfaffenkopf und Pfaffenplatte gefunden hat.

Heinz Erhardt hat dazu ein schönes Gedicht geschrieben:

L Wenzahn-150x150 in Neue Rubrik: Pflanze der WocheLöwenzahn ist schon seit jeher
als höchst kriegerisch verschrien,
denn er lässt bei gutem Winde
Fallschirmtruppen feindwärts ziehn.

Und ich sitz auf der Veranda
und verzehre meine Suppe
und entdecke in derselben
zwei Versprengte dieser Truppe.

2. Verblühter Löwenzahn
(von Josef Guggenmos)
Wunderbar
Stand er da im Silberhaar
Aber eine Dame,
Anette war ihr Name,
machte ihre Backen dick,
machte ihre Lippen spitz,
blies einmal, blies mit Macht,
blies ihm fort die ganze Pracht.
Und er blieb am Platze
Zurück mit einer Glatze.

Kinder lieben meine Pusteblume. Sie wollen immer wissen, wohin meine kleinen Faltschirmchen fliegen.

Früher orakelten vor allem Mädchen mit mir. Je nachdem wie viele Früchte nach dem Pusten noch stehen blieben, so viele Jahre sollte es noch bis zur Hochzeit dauern.

Oder ist der Fruchtboden nach dem Auspusten weiß, dann kommt man in den Himmel, ist er schwarz ins Fegefeuer.

Kann man alle Früchte auf einmal wegpusten, dann ist man ein Glückskind. Schafft man es nach dem 3. Pusten werden die Wünsche weit fortgetragen und gehen in Erfüllung.

Zum Schluss noch ein Rezept, was auch gut zum kommenden Osterfest passt:

Gefüllte Eier mit Schnittlauch und Löwenzahn

Für 4 Personen

4 hartgekochte Eier, 100 g Quark, Schnittlauch, 50 g Löwenzahnblätter, 1 TL Senf, Salz, Pfeffer, 8 kleine Kräuteräste zum Garnieren

Die hartgekochten Eier halbieren, das Eigelb entfernen. Schnittlauch und Löwenzahn waschen, abtropfen lassen und fein hacken. Das Eigelb mit Quark, Senf, Salz, Pfeffer und den gehackten Kräuter gut verrühren und in die Eihälften füllen. Mit einer kleinen Blüte garnieren.

- oder da es immer noch recht kalt ist haben Sie vielleicht auch Appetit auf eine

Grünkohlsuppe mit Löwenzahn und Brennnessel

500 g Grünkohl, 1 kl. Handvoll junge Löwenzahnblätter und Brennnesselspitzen, 200 g Kartoffeln, 200 g Pastinaken, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Öl, 1,5 – 2 l Gemüsebrühe, 200 ml Sahne, Kräutersalz, Pfeffer, eine Prise Zucker. Topping: 50 ml Sahne, 1 EL Senf, dunkle Senfkörner.

Zwiebel und Knoblauch putzen, Kartoffel und Pastinaken schälen und alles würfeln. Grünkohl waschen, trocknen, die harten Rippen entfernen und die Blätter in Streifen schneiden. Öl erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch andünsten, dann Kartoffeln und Pastinaken zufügen und andünsten. Grünkohl und die gewaschenen und klein geschnittenen Wildkräuter zufügen und zugedeckt ca. 5 Minuten dünsten. Die Brühe zugießen und alles ca. 15-20 Minuten garen. Die Sahne zufügen, würzen und pürieren. Für das Topping die Sahne leicht anschlagen, mit dem Senf verrühren und als Klecks auf die Suppenteller geben. Mit Senfkörnern bestreuen.

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